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Politik

Terroristen im Irak auf dem Vormarsch

Von Stabilität keine Spur: Im Westen des Iraks fassen zunehmend wieder Terroristen Fuß. Davon zeugt der Anschlag auf eine Bank in Bagdad. Dort ließen Selbstmordattentäter gleich zwei Autos mit Sprengstoff explodieren.

Frau vor Bombenkrater in einer Straße (Foto: AP)

Die Menschen im Irak leben weiterhin mit der alltäglichen Gewalt

Hussein al Usri beschwört Normalität. Am Sonntag (20.06.2010) starben vor der von ihm geleiteten Irakischen Handelsbank 27 Menschen bei einem Bombenanschlag. Die Täter wollten damit den Wiederaufbau des Landes stören, erklärte der Bankchef nach dem Anschlag. Doch das werde ihnen nicht gelingen, fügte er gleich hinzu. Der Irak werde weiter an wirtschaftlicher Stärke zulegen und auch die Irakische Handelsbank werde schnell wieder zum normalen Geschäftsbetrieb übergehen.

Kinder unter den Opfern

Irakischer Soldat bewacht Tatort mit ausgebranntem Auto (Foto: AP)

Der Anschlag traf das Geschäftszentrum von Bagdad

Die Bedingungen dafür erscheinen allerdings im Moment alles andere als gut. Erst in der vergangenen Woche hatten Unbekannte ein Attentat auf die Irakische Zentralbank verübt. Zu der Tat bekannte sich anschließend das Terrornetzwerk Al Kaida. Auch wenn sich für die erneute Bluttat bislang niemand verantwortlich erklärt hat, ist das Muster ähnlich wie bei vielen Attentaten der vergangenen Monate. Die Selbstmordtäter steuerten zwei Autos mit hohem Tempo in den Eingang der Bank, beide Fahrzeuge waren nach Schätzungen der Polizei mit 80 Kilogramm Ammoniumnitrat beladen. Unter den 27 Toten sind fünf Wachleute der Bank. Viele weitere Opfer standen zum Zeitpunkt der Explosion vor einem Nachbargebäude zur Ausgabe von Pässen an. Rund 50 Menschen wurden verletzt, viele davon sind Kinder.

Viele Attentate richten sich gegen Sicherheitskräfte

Soldat bewacht den Tatort, dahinter Auto-Wracks und beschädigtes Gebäude

Häufig das Ziel von Attentaten: irakische Sicherheitskräfte

Auch an anderen Orten der irakischen Hauptstadt herrschte am Wochenende Gewalt. In der Nacht zum Samstag seien bei mehreren Angriffen sieben Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden, teilte die Polizei mit.

Immer deutlicher wird erkennbar, dass die von der US-Armee vor drei Jahren verkündete Befriedung des irakischen Westen nur von kurzer Dauer war. Seit mehreren Monaten nimmt die Zahl der Anschläge wieder zu. Die meisten Attentate richten sich gegen Angehörige der Sicherheitskräfte.

Keine Fortschritte bei Regierungsbildung

Auch die politische Lage ist weiter instabil. Dreieinhalb Monate sind seit der Parlamentswahl schon vergangen und noch immer gibt es bei der Regierungsbildung keine Fortschritte. Bei der Wahl am 7. März hatte keine Partei oder politische Gruppe eine klare Mehrheit erzielt. Die Verzögerungen lösten bei den Bürgern Angst aus, erklärte vor kurzem ein Prediger in der schiitischen Pilgerstadt Kerbela vor Tausenden von Gläubigen. Seine Forderung: Die Parteien sollten endlich von ihren Maximalforderungen abrücken und sich um eine Einigung bemühen.

Autor: Christian Fähndrich (ap, afp, rtr, dpa)

Redaktion: Martin Schrader

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