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Politik

Terroristen bitte draußen bleiben

Israel hat einen, Indien auch: Sperrzäune an den Grenzen gibt es aber auch anderswo. Ohne, dass die Welt sich aufregt. Viele Länder wollen sich abschotten gegen Schmuggler und Terroristen.

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Etliche Länder bauen Grenzzäune - nicht alle so massiv wie Israel

Bekannt ist die israelische Sperranlage, die palästinensische Extremisten aufhalten soll. Auch Indien hat zum Schutz vor Terroristen einen massiven Zaun durch Kaschmir gebaut. Aber die beiden Länder sind nicht die einzigen. Inzwischen hat auch Botswana begonnen, seine Grenze zu Simbabwe abzudichten - mit einem gut drei Meter hohen Elektrozaun.

Offizieller Grund: eingeschleppte Seuchen

"Der Zaun ist zur Abwehr von Tieren gedacht, die Seuchen einschleppen könnten", erklärt Dr. Matthias Basedau vom Institut für Afrikakunde in Hamburg. "Das ist die offizielle Version. Es gibt nämlich auch seit langem ein Flüchtlingsproblem zwischen Botswana und Simbabwe." Und die Regierung Botswanas habe angekündigt, gegen diese Flüchtlingsströme vorzugehen.

"Offiziell wird das aber nicht mit dem Zaun in Verbindung gebracht, auch weil das Wort Grenzzaun negative Assoziationen auslöst", sagt Basedau. "Aber ein Schuss Xenophobie ist schon mit dabei."

Keine Berliner Mauer in Afrika

Das Problem sei der Wohlstands-Unterschied zwischen Botswana (dem es, auch wegen seiner Diamanten, recht gut gehe) und Simbabwe (mit dem es politisch und wirtschaftlich zunehmend bergab geht).

Die Einwanderer seien in Botswana aber nicht willkommen, und der angebliche Anti-Tier-Zaun könnte sie aufhalten, "auch wenn man sich den nicht so massiv vorstellen muss wie die Berliner Mauer oder die Anlage in Israel". Basedau schätzt aber, dass noch mehr afrikanische Staaten ihre Grenzen derart sichern würden - die Elfenbeinküste etwa. Aber: Es fehle am Geld.

Zement-Schlange in der Wüste

Auch Saudi-Arabien hat einen Zaun, der schon seit Jahren im Bau ist. An einem Teil der Grenze zum Jemen zieht sich eine Art zementgefüllte Röhre auf kleinen Pfosten entlang - und Sensoren, die Übertritte sofort an die Wachmannschaften melden, sagt Dr. Henner Fürtig vom Deutschen Orient-Institut. "Da wurde an nichts gespart." Der Zaun solle die illegalen Grenzübertritte der jemenitischen Gastarbeiter verhindern. "Natürlich weiß aber jeder, dass man damit in erster Linie Extremisten abhalten will."

Darauf haben sich die beiden Staaten vertraglich geeinigt, doch sie streiten sich trotzdem. Denn: "Das Gebiet ist leerer Raum. Die Grenze ist nicht genau markiert", erklärt Fürtig. Wenn dort Saudi-Arabien seine High-Tech-Schutzanlage errichte, "dann fürchtet der Jemen, dass da Dinge festgeklopft werden, die sich für das Land als Nachteil entpuppen - wenn da mal Öl oder Erdgas gefunden wird."

Zusammenarbeit statt Zaunbau

Ein anderer Zaun ist bisher offenbar nicht Realität geworden. Im Februar 2004 dachte die thailändische Regierung laut darüber nach, die Grenze zu Malaysia zu sichern. Denn im muslimisch geprägten Süden Thailands kam es zu Unruhen, "und die Thai haben Malaysia verdächtigt, die Muslime zu unterstützen", sagt Prof. Vincent Houben, Experte für Südostasien an der Humboldt-Universität Berlin.

"Mittlerweile gibt es einen Grenzvertrag, wobei die Malaysier sich verpflichtet haben, dass Extremisten nicht über die Grenze kommen", erklärt Houben. "Ich habe aber keine Informationen, dass ein Zaun gebaut worden wäre." Stattdessen würden die beiden Staaten nun besser zusammenarbeiten. "Illegale Überschreitungen finden statt, aber sie versuchen, es in Grenzen zu halten."

Ganz dicht sind also auch die Absperrungen nicht. Aber für den Jemen und Saudi-Arabien seien sie ein Signal nach außen, dass beide Länder den Terrorismus bekämpfen würden, sagt Fürtig.

Schmuggler im Grenzgebiet haben jedenfalls offenbar ein Schlupfloch entdeckt, schreibt eine arabische Zeitung: Sie würden dressierte Esel einsetzen, die in unwegsamem, unbewachtem Gelände über die Grenze schlüpfen.

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