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Machtkampf im Nahen Osten

Terrorismus-Vorwürfe: Kuwait weist iranischen Botschafter aus

In der Golf-Krise um Katar, dem Terrorismus-Unterstützung vorgeworfen wird, tritt Kuwait als Vermittler auf. Nun hat das Emirat diplomatische Schritte gegen den Iran eingeleitet - wegen Terrorismus-Unterstützung.

Kuwait Iranische Botschaft (Getty Images/AFP/Y. Al Zayyat)

15 Diplomaten sollen ihren Arbeitsplatz in der iranische Botschaft in Kuwait-City räumen

Der Iran muss auf Anordnung der Regierung von Kuwait sein diplomatisches Corps im Emirat verkleinern. Gut 15 der 19 iranischen Diplomaten sollen ausgewiesen werden, darunter auch der Botschafter, hieß es aus Regierungskreisen. Alle ausgewiesenen Personen müssten innerhalb von 45 Tagen das Land verlassen.

Reaktion auf angeblich vom Iran unterstützte Terror-Zelle

Zudem habe Kuwait den iranischen Botschafter darüber informiert, dass Irans Kulturmission sowie andere "militärische, kulturelle und wirtschaftliche" Niederlassungen geschlossen werden müssten, meldete die staatliche kuwaitisch Nachrichtenagentur Kuna.

Iran Kuwaits Außenminister übergibt einen Berief an iranischen Präsident ( ILNA)

Im Januar besuchte Kuwaits Außenminister Scheich Al-Sabah noch Irans Präsidenten Rohani (r.)

Hintergrund für diese Maßnahmen ist laut Kuna ein Urteil des Obersten Gerichts des Landes gegen eine "Terror"-Zelle, der Verbindungen zum Iran und der libanesischen Hisbollah-Miliz vorgeworfen werden. Den Hauptbeschuldigten der sogenannten al-Abdali-Zelle hatte das Gericht zu lebenslanger Haft, 20 weitere Angeklagte zu Haftstrafen unterschiedlicher Länge verurteilt. Sie wurden für schuldig befunden, Anschläge in Kuwait geplant zu haben. Nach Angaben der Behörden in Kuwait war die Gruppe im August 2015 aufgeflogen, bei ihrer Festnahme sollen Waffen, Munition und Sprengstoff gefunden worden sein. 

Iranisches Außenministerium bestellt kuwaitischen Vertreter ein

In einer ersten Reaktion auf die Ausweisung seiner Diplomaten bestellte das iranische Außenministerium den kuwaitischen Vertreter in Teheran ein. Das berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA.

In der Krise um Katar wird dem Golftstaat die Unterstützung von Terrorgruppen und zu enge Kontakte zum schiitisch regierten Iran vorgeworfen, unter anderem von den sunnitisch bestimmten Ländern Saudi-Arabien, Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten. Die Länder brachen Anfang Juni alle diplomatischen Kontakte zu Katar ab, das ebenfalls von einem sunnitischen Herrscherhaus regiert wird. 

Iranische Medien sehen Saudi-Arabien als Strippenzieher

Kuwait, dessen Bevölkerung sich zu gut 35 Prozent zum schiitischen Glauben bekennt, versucht in dem Konflikt zu vermittelt. In der Auseinandersetzung geht es maßgeblich um die Machtverhältnisse im Nahen Osten. Vor allem Saudi-Arabien und der Iran sehen sich in der Region als Erzrivale. Iranische Medien vermuten, dass Saudi-Arabien für das aktuelle Vorgehen Kuwaits verantwortlich ist.

ww/fab (afp, ap, dpa)

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