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Rechtsextremismus in Sachsen

Terrorismus-Anklage gegen "Gruppe Freital"

Ein Jahr nach der Anschlagserie im sächsischen Freital hat der Generalbundesanwalt sieben Männer und eine Frau angeklagt. Ihnen wird versuchter Mord und Gründung einer rechtsterroristischen Vereinigung vorgeworfen.

Deutschland Aufkleber mit fremdfeindlichen Parolen (Getty Images/AFP/T. Schwarz)

Solche Aufkleber zierten das Stadtbild von Freital

Die Beschuldigten sind zwischen 19 und 37 Jahre alt, wie NDR, MDR und "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf die mehr als 160 Seiten starke Anklageschrift weiter berichten.

Von Juli 2015 an hätten die Mitglieder der sogenannten Gruppe Freital versucht, ihre rechtsextremistische Gesinnung mit Gewalt durchzusetzen. Über Monate hinweg sollen die acht Angeklagten Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und Politiker in Freital und im nahe gelegenen Dresden verübt haben. Ziele waren Asylsuchende sowie politisch Andersdenkende.

Deutschland Dresden Anschlag auf Lokalpolitiker Büro (picture-alliance/ZB)

Auch auf dieses Büro der Linkspartei in Freital verübten die mutmaßlichen Terroristen einen Anschlag

Tote billigend in Kauf genommen 

Außerdem hätten die mutmaßlichen Terroristen Sprengsätze am Auto eines Stadtrats der Linkspartei sowie am Freitaler Büro der Partei angebracht, heißt es weiter. Dabei sei zwar niemand getötet worden, die Ermittler gehen gleichwohl von versuchtem Mord aus. Die Täter hätten den Tod der Opfer billigend in Kauf genommen, so die Anklageschrift.

Rechte Proteste gegen das Flüchtlingslager in Freital (picture-alliance/AP Photo/J. Meyer)

Rechtsradikale protestieren im Juni 2015 gegen Flüchtlinge in Freital

Die Stadt Freital mit etwa 40.000 Einwohnern sorgte im vergangenen Jahr für Aufsehen, als es auf den Straßen zu heftigen Protesten gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in einem ehemaligen Hotel kam. Der letzte Anschlag der "Gruppe Freital" ereignete sich demnach in der Nacht auf den 1. November 2015, als die Gruppe eine Unterkunft für Asylbewerber aufsuchte und von außen Feuerwerkskörper an den Fensterscheiben anbrachte. Als sie explodierten, wurde ein Bewohner im Gesicht verletzt.

Als Rädelsführer der Gruppe sieht die Bundesanwaltschaft Timo S. und Patrick F., beide sind Mitte zwanzig. Timo S. hatte Anfang 2015 eine Bürgerwehr gegründet. Ursprünglich hatte die Dresdner Generalstaatsanwaltschaft gegen die Verdächtigen ermittelt, unter anderem wegen einer Sprengstoffexplosion, nicht jedoch wegen Terrors. Kritiker warfen der sächsischen Justiz vor, den Fall nicht ernst genug zu nehmen. Im April übernahm dann Generalbundesanwalt Harald Range in Karlsruhe die Ermittlungen.

se/gri (epd, dpa, afp)

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