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Deutschland

Terrorhelfer zu hoher Haftstrafe verurteilt

Ein deutscher Helfer von El Kaida ist vom Koblenzer Oberlandesgericht zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Er soll das Terrornetzwerk mit Geld und Material versorgt sowie neue Kämpfer angeworben haben.

Angeklagter Aleem N. (Foto: dpa)

Der Angeklagte Aleem N.

Die Richter verhängten die Strafe gegen den Deutschen mit pakistanischen Wurzeln am Montag (13.07.2009) wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung sowie Verstößen gegen das Außenwirtschaftsgesetz und ein EU-Embargo.

Der 47-jährige Edelsteinhändler Aleem N. aus dem pfälzischen Germersheim habe Kontakt zu hochrangigen El Kaida-Mitgliedern gehabt und von 2004 bis 2007 mindestens 80.000 Euro für die Terrororganisation nach Pakistan gebracht, sagte die Vorsitzende Richterin Angelika Blettner. Der Verurteilte hat nach Überzeugung des Koblenzer Oberlandesgerichts zudem potenzielle Kämpfer angeworben und ihre Reise in Terrorcamps im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet organisiert.

Bei mindestens sieben eigenen Reisen soll er unter anderem Zielfernrohre, Nachtsichtgeräte, Wanzendetektoren und Funkgeräte in seine ehemalige Heimat transportiert haben, die er gemeinsam mit Helfern in deutschen Geschäften oder über das Internet gekauft hatte.

Stiefsohn als Zeuge

El-Kaida-Führer Osama bin Laden

Der Führer des Terrornetzes: Osama bin Laden

Für die Ermittlungen waren unter anderem Zeugenaussagen des Stiefsohns des 47-Jährigen von großer Bedeutung. Der Bundeswehrsoldat ist inzwischen in einem Zeugenschutzprogramm. Yannick N. sei absolut glaubwürdig, betonte Blettner. "Das alles zu erfinden müsste es schon sehr großer Fantasie bedürfen." Der Zeuge hatte unter anderem geschildert, wie er für seinen Stiefvater 36.000 Euro und 4000 Dollar in Schokoladen-Tafeln versteckt nach Pakistan schmuggelte.

Bereits 1991 sei der Verurteilte in einem Terrorcamp der Mudschaheddin ausgebildet worden und habe daraufhin im Bosnien-Krieg gekämpft, sagte die Richterin. Aleem N. sei auch 2006 für El Kaida im Afghanistankrieg und an Angriffen auf US-Truppen beteiligt gewesen. Er war Mitte 2007 in Pakistan unter Terrorverdacht gefasst und zwei Monate lang vom pakistanischen Geheimdienst festgehalten worden. Ein Gericht in Islamabad ließ ihn später frei, weil die Beweise gegen ihn nicht ausreichten.

Mitte Februar 2008 war Aleem N. dann in Deutschland direkt nach seiner Rückkehr aus Pakistan verhaftet worden und sitzt seitdem im Gefängnis. Der Angeklagte hatte zu den Vorwürfen während der mehr als sieben Monate dauernden Hauptverhandlung weitgehend geschwiegen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (gri/qu/dpa/ap)