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Politik

Terrorgruppe soll Blutbad in US-Militärbasis geplant haben

Ein verdeckter Einsatz der US-Bundespolizei FBI hat zur Festnahme von sechs mutmaßlichen muslimischen Extremisten geführt. Sie sollen einen Anschlag auf eine Kaserne geplant haben.

Außenansicht auf eine Wohnanlage, Quelle: AP

In dieser Wohnanlage in Philadelphia wurde einer der Verdächtigen festgenommen

Gerichtszeichnung des Beschuldigten Dritan Duka (2.v.l), bei seiner Anhörung vor Gericht, Quelle: AP

Der Beschuldigte Dritan Duka (2.v.l), bei seiner Anhörung vor Gericht

Die US-Bundespolizei FBI hat nach Justizangaben einen Terroranschlag auf den Armee-Stützpunkt Fort Dix in New Jersey vereitelt. Mit Unterstützung verdeckter Ermittler seien sechs mutmaßliche muslimische Extremisten festgenommen worden, die bei einem Terrorangriff auf die Basis "mindestens hundert Soldaten" töten wollten, gab die zuständige Staatsanwaltschaft am Dienstag (8.5.07) bekannt. Die Männer hätten Fort Dix mit raketengetriebenen Granaten und anderen Waffen angreifen und dabei ein Blutbad anrichten wollen.

Töten "im Namen Allahs"

Die Männer im Alter zwischen 22 und 28 Jahren erklärten laut Gerichtsdokumenten, sie seien bereit gewesen, "im Namen Allahs" zu töten und zu sterben. Der Plan für das Blutbad sei aufgedeckt worden, als die Männer ein Video von sich beim Abfeuern von Waffen drehten, erklärte das FBI weiter. Das Band brachten sie in ein Geschäft, um die Aufnahmen auf DVD brennen zu lassen. FBI-Agent J.P. Weiss sagte auf einer Pressekonferenz, ein aufmerksamer Angestellter dort habe die Behörden alarmiert und sei damit der wahre Held des Falls.

Die Aufnahmen hätten Männer mit Waffen gezeigt, die geschossen und dabei "Allah akbar" (arabisch für "Gott ist groß") gerufen hätten. Die Ermittler schleusten daraufhin vor mehr als einem Jahr einen Informanten in die Gruppe ein. Der Anschlag sei in der Planungsphase verhindert worden, verlautete aus Kreisen der Ermittler.

Besorgter Präsident

Das Weiße Haus zeigte sich besorgt. Präsidentensprecher Tony Snow erklärte allerdings, es gebe bislang keine Hinweise darauf, dass die Verdächtigen Anweisungen von internationalen Terrororganisationen erhalten hätten. Die sechs hätten Waffen erworben und neben Fort Dix auch andere Stützpunkte in New Jersey, Delaware und Pennsylvania ausgekundschaftet, hieß es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft.

Sicherheitskontrollen an der Einfahrt von Fort Dix, Quelle: AP

Sicherheitskontrollen an der Einfahrt von Fort Dix

Die Männer trainierten vermutlich in den Pocono-Bergen für den Angriff. Sie wurden am Montagabend festgenommen, als sie versuchten, sich Sturmgewehre vom Typ AK-47 und andere Waffen zu beschaffen. Dieses Vorgehen habe "eine kraftvolle Reaktion der Ermittlungsbehörden" nötig gemacht, sagte Snow.

Vier der Muslime wurden im früheren Jugoslawien geboren, einer in Jordanien und ein weiterer in der Türkei. In Fort Dix werden Soldaten ausgebildet, meist Reservisten. Sie werden dort auf Einsätze im Irak und in Afghanistan vorbereitet. Auf dem Gelände arbeiten rund 15.000 Menschen. (stu)

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