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Politik

Terrorgruppe aus Bangladesch im Verdacht

Mindestens 80 Menschen sind bei dem Anschlag in der indischen Touristenmetropole Jaipur getötet worden. Hinter den Attentaten vermuten die Behörden die muslimische Terrorgrupe Harkut-ul-Jehadi Islami aus Bangladesch.

Zerstörtes Auto - AP

Acht Bomben explodierten in der Touristenmetropole Jaipur

Es traf ausgerechnet Jaipur, die Hauptstadt des indischen Wüstenstaates Rajasthan, eine bunte, offene Stadt, die bei Touristen aus dem In- und Ausland so beliebt ist. Vasundara Raje, die Ministerpräsidentin von Rajasthan, sprach kurz nach der Bombenserie von einem Anschlag auf das ganze Land. "Es geht den Attentätern nicht um Rajasthan. Es geht ihnen um Indien. Wir brauchen Hilfe. Wir brauchen Verstärkung", sagte sie. Die Attacke sei gegen die ganze indische Nation gerichtet, nicht nur gegen einen Bundesstaat oder eine politische Partei.

Es gab am Dienstagabend keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen. "Die Attentäter haben sich Jaipur ganz bewusst ausgesucht, weil es ein weiches Ziel ist", vermutet der junge Politiker Sajan Pallet. Er sitzt für den Bundesstaat Rajasthan im indischen Parlament. "Die Täter müssen sich in Jaipur sehr gut ausgekannt haben. Sie haben sich gerade die Orte ausgesucht, die am Abend besonders belebt sind. Die Altstadt war voll mit Menschen", erklärt Pallet. "Sie wollten so viele Menschen wie möglich töten. Diese Terroristen kennen keine Religion und keinen Staat.“

Bomben mit Metallkuglen gefüllt

Zerstörte vespa, Blutspuren - dpa

Die Bomben sollen mit Zeitzündern ausgerüstet gewesen sein.

Am Morgen danach sind noch immer viele Fragen offen. Es gibt viele Spekulationen, aber nur wenig konkrete Anhaltspunkte. Mehrere der tödlichen Sprengsätze waren nach Angaben der Ermittler in Jaipur in Plastiktüten versteckt und auf die Gepäckträger von nagelneuen Fahrrädern und Fahrradrikschas geschnallt. Die Bomben sollen mit Zeitzündern ausgerüstet gewesen sein. Augenzeugen berichten im indischen Fernsehen pausenlos über den Verlauf der Explosion.

Insgesamt sind am Dienstagabend um 19.15 Uhr (Ortszeit) in der historischen Altstadt von Jaipur binnen weniger Minuten acht Bomben explodiert. Eine neunte konnte die Polizei nach eigenen Angaben rechtzeitig entschärfen. Nach Angaben der Ermittler waren alle Bomben mit Metallkugeln gefüllt, um möglichst viele Menschen zu töten und zu verletzten. Die unbekannten Attentäter sollen Wecker benutzt haben, um die Sprengsätze zu zünden. An den Tatorten haben die Ermittler außerdem nach eigenen Angaben Spuren des hochexplosiven Sprengstoffs TNT nachgewiesen. Noch hat sich niemand zu der tödlichen Anschlagserie bekannt.

Gruppe aus Bangladesch schon öfter verdächtigt

Indische Sicherheitskreise vermuten allerdings die muslimische Terrorgruppe Harkut-ul-Jehadi Islami, kurz HuJI, hinter dem Anschlag. Die Gruppe aus Bangladesch wird mit mehreren schweren Anschlägen in Indien in Verbindung gebracht, darunter auch eine Bombenserie in der Hauptstadt Neu Delhi, bei der im Oktober 2005 mehr als 60 Menschen ums Leben gekommen waren. Damals sollen identische Sprengsätze eingesetzt worden sein.

In Indien verüben religiöse und andere Extremisten-Gruppen regelmäßig Anschläge. Die Touristenmetropole Jaipur im Bundesstaat Rajasthan war aber bisher vom Terror verschont geblieben. Jaipur liegt rund 260 Kilometer südwestlich von Indiens Hauptstadt Neu Delhi und ist berühmt für seinen Palast der Winde und für seine rosarote Altstadt.

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