1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Afrika

Terrorchef in Libyen bei US-Angriff getötet

Dem US-Militär ist offenbar ein bedeutender Schlag gegen den islamistischen Terrorismus in Nordafrika gelungen. Nach Meldungen aus Libyen wurde der Extremistenführer Belmokhtar bei einem Luftangriff getötet.

Die USA bestätigten die Angaben der international anerkannten Regierung mit Sitz in Tobruk insoweit, dass Mokhtar Belmokhtar (Artikelbild) Ziel eines Luftangriffes im Osten Libyens gewesen sei. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Washington äußerte sich aber nicht dazu, ob der Dschihadist dabei getötet wurde.

Die libysche Nachrichtenagentur Lana berichtet, der US-Luftangriff habe einem Bauernhof in Adschdabija, rund 160 Kilometer westlich von Bengasi, gegolten. Dort habe sich Belmokhtar mit anderen Anführern extremistischer Gruppen getroffen, darunter die Islamistengruppe Ansar al-Scharia, die von den UN als Terrororganisation gelistet wird.

Anschläge in Algerien, Mali, Niger

Der einäugige Algerier wurde zu den berüchtigtsten Terroristen in der Sahara-Region gezählt. Die von ihm angeführte Dschihadisten-Gruppe Al Murabitoun ("Die Wächter") hat Anschläge unter anderem in Mali und im Niger verübt.

2013 bekannte sich Bemokthar zu dem spektakulären Überfall auf eine Gasförderanlage im algerischen Amenas, bei dem mindestens 35 Menschen getötet wurden. Der 1972 geborene Dschihadist kämpfte als junger Mann in Afghanistan an der Seite internationaler Islamisten.

"Hinrichtungen ohne Rechtsgrundlage"

Das US-Militär tötet seit langem in Afghanistan, Pakistan, dem Jemen und anderen Ländern mutmaßliche islamische Terroristen mit von Drohnen oder Kampfflugzeugen abgefeuerten Raketen. Die Luftschläge sind umstritten, weil immer wieder auch Unbeteiligte getötet werden. Kritiker betonen zudem, für derartige "Hinrichtungen" von Terrorverdächtigen gebe es keine Rechtsgrundlage.

US-Drohne (Foto: picture alliance)

Umstritten: der Einsatz von Drohnen

In Libyen gibt es vier Jahre nach dem Sturz von Diktator Muammar al-Gaddafi zwei rivalisierende Regierungen und zahlreiche Milizen, die sich gegenseitig bekämpfen. Auch die Terrororganisationen "Islamischer Staat" (IS) und Al-Kaida sind in dem nordafrikanischen Land aktiv. Schlepperbanden nutzen das Chaos aus: Sie haben Libyen zum wichtigsten Sprungbrett für die Schleusung von Flüchtlingen über das Mittelmeer nach Europa gemacht.

Angesichts des Zerfalls staatlicher Strukturen bemühen sich die Vereinten Nationen, die Konfliktparteien zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit zu bewegen. In der vergangenen Woche fand dazu ein Treffen in Berlin statt.

wl/jj/wa (dpa, rtre, ape, afpe)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema