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Politik

Terroranschlag in Australien verhindert

Die australische Polizei hat bei einer Großrazzia vier Terror-Verdächtige festgenommen. Sie sollen einen Selbstmordanschlag auf einen Armee-Stützpunkt geplant haben.

Fernsehbild: Polizisten bei der Razzia in Auistralien (Foto: AP)

Fernsehbericht über die Razzia

"Die Absicht der Männer war, in die Kasernen einzudringen und so viele Soldaten wie möglich zu töten, bevor sie selbst erschossen werden", sagte Ermittlungschef Tony Negus nach der Festnahme der mutmaßlichen Terroristen am Dienstag (04.08.2009). Bei dem Anschlag hätten automatische Waffen zum Einsatz kommen sollen.

Die vier Verdächtigen waren bei Tagesanbruch in der südaustralischen Metropole Melbourne gefasst worden, wo Hunderte Polizisten im Zuge einer Razzia insgesamt 19 Häuser durchsuchten. Die Polizei war der Gruppe seit über einem halben Jahr auf der Spur und hatte sie auch elektronisch überwacht. Auch der australische Geheimdienst ASIO war in die Ermittlungen eingeschaltet worden.

Verbindungen zu somalischem El-Kaida-Ableger

Ermittlungschef Tony Negus mit einem Kollegen vor Mikrofonen (Foto: AP)

Tony Negus (l.) leitete die Ermittlungen gegen die Terrorgruppe

Die Verdächtigen im Alter von 22 bis 26 Jahren sollen noch am Dienstag einem Haftrichter vorgeführt werden. Der Terror-Gruppe gehören nach einem Bericht der Zeitung "The Australian" insgesamt 18 Mitglieder an, darunter australische Staatsbürger somalischer und libanesischer Herkunft. Die Polizei schließt weitere Festnahmen nicht aus.

Die Männer sollen Verbindungen zur somalischen Miliz Shabaab haben, die als Ableger des Terrornetzwerks El Kaida gilt. Die Miliz ist tief in die gewaltsamen Konflikte in dem ostafrikanischen Staat verstrickt und zieht mit ihrer radikalislamistischen Ideologie vor allem junge Männer an.

Rudd erinnert an Terror-Gefahr

Australiens Ministerpräsident Kevin Rudd bewertete die Festnahmen in Melbourne als Erinnerung an die Bedrohung des Landes durch den Terrorismus. Die Regierung erhöhte allerdings nicht ihre Terror-Warnstufe, die seit 2003 auf mittlerem Niveau liegt.

Rudd schloss einen Zusammenhang der Terror-Päne mit dem jüngsten Anschlag auf ein internationales Hotel in der indonesischen Hauptstadt Jakarta aus, bei dem im Juli neun Menschen getötet worden waren, unter ihnen drei Australier. Auch bei den Anschlägen auf der Ferieninsel Bali 2002 waren etliche Opfer aus Australien.

Nach Informationen von "The Australian" wollten die Männer mit dem geplanten Überfall Australien für die Beteiligung an Einsätzen in islamischen Staaten bestrafen. Insgesamt sind mehr als 1000 australische Soldaten im Irak und in Afghanistan stationiert. (gri/kle/rtr/ap)

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