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Aktuell Amerika

Terrorangst nach Anschlägen in Boston

Bei Bombenanschlägen während des Boston Marathons sind mindestens drei Menschen getötet worden. Mehr als 100 weitere wurden verletzt. Aus Regierungskreisen wird die Tat als Terroranschlag eingestuft.

Zwei Sprengsätze detonierten fast zeitgleich unmittelbar neben dem Zieleinlauf. Die Explosionen ereigneten sich am Nachmittag (Ortszeit), als Hobby-Läufer gerade die Ziellinie überquerten. Insgesamt wurden nach den Anschlägen mehr als 100 Verletzte in Kliniken gebracht. Einige befinden sich nach Medienberichten in kritischem Zustand. Unter den Verletzten sind auch Kinder. Die Hintergründe der Anschläge sind noch unklar.

Video ansehen 01:58

Bombenexplosionen erschüttern Boston

Stunden zuvor waren bereits die Spitzenläufer ins Ziel gekommen. "Es klang wie ein Überschallknall", sagte eine Teilnehmerin des Marathons im US-Bundesstaat Massachusetts. "Ich zittere immer noch." Auf TV-Bildern waren Blutflecken am Boden zu sehen.

Ein Polizeisprecher sagte, die an der Marathonstrecke explodierten Bomben hätten eine starke Sprengkraft gehabt. Mehrere Läufer wurden offenbar durch die Wucht der Explosion zu Boden gerissen.

Weißes Haus geht von Terroranschlag aus

Das Weiße Haus geht davon aus, dass die Bombenexplosionen ein Terroranschlag waren. Nachdem Präsident Barack Obama in einer Erklärung den Begriff Terrorismus vermieden hatte, sagte ein Beamter im Weißen Haus wenig später, die Explosionen seien "klar ein Akt des Terrors".

"Jeder Vorfall mit mehreren Sprengsätzen - wie es in diesem Fall erscheint - ist klar ein Terrorakt und wird als Terrorakt behandelt", erklärte der Beamte. Allerdings sei bisher unklar, wer die Attacke ausgeführt habe. Im Zuge einer gründlichen Untersuchung müsse geklärt werden, ob der Angriff auf das Konto von ausländischen oder einheimischen Terroristen gehe.

Ein Mann wird nach den Bombenanschlägen in einen Krankenwagen gebracht. (Foto: Getty Images)

Bei den Anschlägen wurden Medienberichten zufolge mehr als 100 Menschen verletzt - einige von ihnen schwer

Feuer bei JFK-Bibliothek

Eine Stunde nach den Explosionen brach ein Feuer in der John-F.-Kennedy-Bibliothek aus. Dabei wurde aber niemand verletzt. Zudem war unklar, ob es einen Zusammenhang mit den Explosionen an der Marathon-Strecke gibt. Die Kennedy-Bibliothek ist mehrere Kilometer von der Marathon-Ziellinie entfernt und beherbergt Dokumente und Bücher zur Amtszeit des Präsidenten.

Polizei: Keine Drohungen bekannt

Die Bostoner Polizei erklärte, ihr seien vor den Explosionen keine konkreten Drohungen bekannt gewesen. Die Beamten wurden angewiesen, alle zurückgelassenen Gegenstände in den Straßen als verdächtig einzustufen. Die Flugsicherheit FAA verhängte zeitweise ein Flugverbot über Boston. In Washington wurden die Sicherheitsmaßnahmen um das Weiße Haus und in den U-Bahnen verschärft.

Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 finden Marathonläufe und andere große Sportveranstaltungen in den USA unter strengsten Sicherheitsmaßnahmen statt. Der Boston Marathon wird seit 1897 ausgetragen und ist damit der älteste weltweit. Jedes Jahr nehmen daran tausende Menschen teil.

Beamte des Secret Service überwachen das Weisse Haus (Foto: AP)

Nach den Explosionen wurden die Sicherheitsvorkehrungen an "strategisch wichtigen" Standorten verschärft

Schock über den Anschlag

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Tat. "Diese sinnlose Gewalt ist umso schrecklicher, weil sie bei einem Ereignis stattgefunden hat, das dafür bekannt ist, Menschen aus aller Welt in Fairness und Harmonie zusammenzubringen". Auch der britische Premier David Cameron und NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen zeigten sich entsetzt von dem Anschlag: "Die Bilder aus Boston sind schockierend und entsetzlich", schrieb Cameron im Kurznachrichtendienst Twitter. Seine Gedanken seien bei allen Betroffenen.

GD/ml (rtr, afp, dpa)

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