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Großbritannien

Terroralarm in London - Schüsse vor Parlamentsgebäude

In der Nähe des Parlaments rast ein Auto in eine Menschengruppe. Ein Angreifer attackiert einen Polizisten. Mindestens vier Menschen werden getötet. Die Polizei spricht von einem Terroranschlag.

Scotland Yard meldet, die Zahl der Todesopfer habe sich inzwischen auf mindestens vier erhöht, darunter ein Polizist und der mutmaßliche Täter. Mindestens 20 weitere Menschen wurden verletzt.

Video ansehen 01:08

Anschläge vor dem britischen Parlament

Das Parlamentsgebäude wurde nach dem mutmaßlichen Terrorakt für mehrere Stunden abgeriegelt. Die laufende Unterhaussitzung wurde unterbrochen. Ein Sprecher von Premierministerin Theresa May teilte mit, die Regierungschefin sei in Sicherheit.

Zwei Angriffe - ein Täter - so der Ermittlungsstand

Die Polizei berichtet von mindestens zwei Vorfällen im Zentrum der Hauptstadt, vor dem Parlamentsgebäude und auf der Westminster Bridge. Auf der Brücke raste nach ersten Informationen ein Geländewagen in eine Passantengruppe. In Luftaufnahmen war zu sehen, wie mehrere Menschen auf der Westminster-Brücke am Boden lagen und behandelt wurden. Dann raste der Angreifer laut Medienberichten weiter zum Parlament, durchbrach dort die Absperrungen und stürmte mit einem Messer bewaffnet aus dem Auto. Er verletzte einen Polizisten und wurde anschließend von der Polizei angeschossen. Auf Luftbildern ist ein Autowrack auf dem Fußgängerweg vor dem Zaun des Parlamentsgeländes zu sehen. Die Polizei geht nach bisherigem Ermittlungsstand davon aus, dass ein Einzeltäter für die Attacken verantwortlich ist.

Polizei ermittelt wegen Terrorverdachts

Die Polizei hat nach Schüssen vor dem Parlament Terrorermittlungen aufgenommen. "Wir behandeln dies als einen terroristischen Vorfall, bis wir etwas anderes wissen", teilte Scotland Yard über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. 

Nach den zwei mutmaßlichen Terroranschlägen wurden Zeugen aufgerufen, Filmaufnahmen und Fotos an die Ermittler zu senden. Gleichzeitig rief die Polizei zur Zurückhaltung auf und bat darum, keine Bilder und Videos von Verletzten in Umlauf zu bringen.

Die Polizei sei um 15.40 Uhr (MEZ) gerufen worden. Polizeifahrzeuge rasten zum Parlament; Hubschrauber flogen über das Zentrum. Die Metro-Station "Westminister" wurde geschlossen. Der Einsatz verursachte ein Verkehrschaos in der Hauptstadt.

Premierministerin May berief das kurz Cobra genannte Sicherheitskabinett ein. Sicherheitsberater und Geheimdienstvertreter, Rettungskräfte und Politiker würden noch am Mittwochabend zusammenkommen, sagte ein Regierungssprecher. 

Europa zeigt sich solidarisch mit Großbritannien

Nach den Schüssen von London hat Brexit-Unterhändler Michel Barnier dem Vereinigten Königreich im Namen der Europäischen Union sein Mitgefühl ausgesprochen. "Wir erklären uns solidarisch mit den britischen Bürgern", sagte Barnier in Brüssel. Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich bestürzt. Sie denke "in Anteilnahme und Solidarität an unsere britischen Freunde und an alle Menschen in London". Auch wenn der Hintergrund noch präzise aufgeklärt werden müsse, "bekräftige ich für Deutschland und seine Bürger: Im Kampf gegen jede Form von Terrorismus stehen wir fest und entschlossen an der Seite Großbritanniens", sagte Merkel weiter. Der neue Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erklärte: "Die Nachrichten über den mörderischen Angriff in London erschüttern mich." In diesen Stunden "sind wir Deutsche dem britischen Volk in besonderer Weise verbunden", betonte er. Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, meldete sich auf Twitter.

Schotten setzten Unabhängigkeitsdebatte aus

Wegen der Ereignisse in London hat das schottische Parlament seine Debatte über ein neues Unabhängigkeitsreferendum unterbrochen. Dies teilte ein Parlamentssprecher in Edinburgh mit. Eigentlich wollten die schottischen Abgeordneten am Abend darüber abstimmen, ob sie Regierungschefin Nicola Sturgeon beauftragen, den Prozess für ein neues Unabhängigkeitsreferendum von Großbritannien einzuleiten.

Jahrestag der Anschläge von Brüssel

Am 22. März vorigen Jahres hatten radikale Islamisten bei Anschlägen auf dem Flughafen und auf eine U-Bahn-Station in der belgischen Hauptstadt Brüssel 32 Menschen getötet. In London erstachen 2013 zwei britische Islamisten einen Soldaten im Südosten der Stadt. Ein psychisch kranker Angreifer sticht im Dezember 2015 in einer Londoner U-Bahnstation mit einem Messer auf Fahrgäste ein und verletzt einen Mann schwer. Die Polizei stuft die Tat als Terrorakt ein, laut Gericht war der Attentäter von der Terrormiliz "Islamischer Staat" inspiriert.

Der schwerste Anschlag der Nachkriegszeit in London ereignete sich im Juli 2005: Vier radikal-islamische britische Selbstmordattentäter rissen bei Bombenanschlägen auf den öffentlichen Nahverkehr 52 Menschen mit in den Tod.

qu/wl (rtre, dpa, afp, APE)

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