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Aktuell Europa

Terroralarm in Brüssel: Verdächtiger entpuppt sich als harmlos

Ein Mann läuft im Hochsommer im Mantel durch die Stadt, aus der Kleidung ragen verdächtige Drähte. Die Polizei startet einen Großeinsatz. Stunden später wird klar, Fehlalarm - es gibt es eine simple Erklärung.

Im Zentrum der belgischen Hauptstadt erregte ein junger Mann Verdacht, weil er mit einem langen Mantel unterwegs war, unter dem Drähte herausragten. Ein Wachmann alarmierte die Polizei. Die Sicherheitskräfte rückten mit einem Großaufgebot sowie Sprengstoffexperten im Stadtzentrum an. Die Straßen rund um den Place de la Monnaie wurden gesperrt, Geschäfte und eine städtische Bibliothek evakuiert.

Auf Bildern vom Einsatzort in der Nähe der größten Einkaufsstraße Brüssels war zu sehen, wie ein Mensch mit verschränkten Armen auf dem Boden einer Seitenstraße kniet und Polizisten ihre Waffen auf ihn richten. Am Nachmittag wurden Roboter zur Vernichtung von Sprengstoff auf einen möglichen Einsatz vorbereitet. Erst nach fünf Stunden gaben die Behörden Entwarnung, nachdem Bombenexperten den jungen Mann überprüft hatten und feststellten, dass er keinen Sprengstoff bei sich trug.

Grund der Eskalation: Sprachprobleme

Im Nachhinein stellte sich dann heraus, dass die "sehr verdächtigen" Dinge, die der Student bei sich hatte, "in Wirklichkeit harmlos" waren. Die Universität Gent erklärte, der Mann sei ein iranischer Doktorand. Er habe als Teil einer Studie eine spezielle Ausrüstung getragen, um radioaktive Strahlen in der Stadt und auf dem Land zu messen. Es habe sich um den "Prototyp" eines Messgeräts in Form einer Jacke mit Kabeln und Batterien gehandelt, die Verdacht erregt habe, sagte ein Universitätssprecher der Nachrichtenagentur Belga.

Belgien - Soldaten in der Innenstadt von Brüssel (Foto: Reuters)

Soldaten patroullieren in der Innenstadt

Den Sicherheitskräften konnte der Mann nicht antworten, weil er zwar fließend Englisch spricht, aber weder Französisch noch Flämisch versteht. Zudem konnte er nicht sofort ein Dokument vorlegen, das seine wissenschaftlichen Arbeiten bestätigte.

Nerven liegen blank

Vor dem belgischen Nationalfeiertag am Donnerstag sind die Sicherheitskräfte in höchster Alarmbereitschaft. Bei islamistischen Anschlägen waren im März am Brüsseler Flughafen und in einem U-Bahnhof im EU-Viertel 32 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt worden.

qu/djo (afp ,dpa)

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