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Fokus Osteuropa

"Terror-Netzwerk" bekennt sich zu Explosionen im Kroatischen Nordwesten

In der Nacht vom 21. zum 22. Mai erschütterten Bombenanschläge die Region Vukovar. Sie sollten mit dem guten Abschneiden serbische Parteien bei den Lokalwahlen zusammenhängen. Nun gibt es ein Bekennerschreiben.

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Drohen auch in Zagreb Bombenanschläge?

Eine terroristische Vereinigung mit dem Namen Racija politike, Razzia gegen Politik, hat sich zu den Bombenanschlägen bekannt, bei denen vor knapp zwei Wochen die Räume der Partei der Donau-Serben sowie die Rathäuser von Borovo Selo und Trpinja beschädigt wurden. Beide Orte liegen in der Nähe von Vukovar, wo bei den kürzlich abgehaltenen Lokalwahlen Parteien der serbischen Minderheit gewonnen hatten. In einem Brief, der beim staatlichen Fernsehen, HTV, dem Privatsender RTL sowie bei drei Zeitungen einging, wird die Verantwortung für die Explosionen übernommen. Diese Anschläge lösten indes interethnische Spannungen in der Region Vukovar aus.

Weitere Anschläge angedroht

Darüber hinaus werden in dem Bekennerbrief Anschläge auf Politiker und Angriffe auf öffentliche Gebäude angekündigt. Ziel seien, so heißt es weiter, der Schutz und die Stärkung kroatischer Interessen. Für den Fall, dass der vom UN-Kriegsverbrechertribunal ICTY angeklagte, aber untergetauchte General Ante Gotovina verhaftet und an das Tribunal ausgeliefert würde, droht die Gruppen mit verstärkten "terroristischen Aktivitäten".

Untersuchung in vollem Gang

Der Sprecher des Innenministeriums, Zlatko Mehun, erklärte, es sei eine umfangreiche Suchaktion nach den Absendern des Briefes gestartet worden. Im übrigen rühmten diese sich damit, auch die Autoren eines Drohbriefes zu sein, der vor einem Monat bei einigen Redaktionen einging. Sie kündigten darin an, dass es in der ersten Maihälfte mehrere kleine Terroranschläge geben werde. Diese Vorhersage traf jedoch nicht ein. "Natürlich unternimmt die Polizei in diesem wie auch in anderen aktuellen Fällen alles, um herauszufinden, wer hinter diesen Drohungen steht, was die eigentlichen Motive und Ziele sind. Und ich glaube, dass die Untersuchungen, die im Gang sind, eine Antwort auf diese Fragen finden werden", so Mehun.

Profis oder Amateure?

Die Unbekannten, die sich hinter der Bezeichnung Racija politike verstecken, rühmen sich in dem Brief damit, einige Angehörige der baskischen Untergrundorganisation ETA seien bereit, bei den terroristischen Anschlägen in Kroatien zu helfen. Experten sind der Meinung, dass es sich dennoch um Taten von Amateuren handelt; fordern aber von der Polizei, die Autoren zu finden, um die Öffentlichkeit zu beruhigen. Unterdessen hat die kroatische Polizei die Schuldigen für die Bombenanschläge in der Region Vukovar noch nicht gefunden.

Gordana Simonovic, Zagreb
DW-RADIO/Kroatisch, 1.6.2005, Fokus Ost-Südost

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