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Nahost

Terror in Nadschaf

Bei einem Anschlag in der irakischen Stadt Nadschaf sind zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern ist auch der Schiitenführer Ajatollah Mohammed Bakir el Hakim.

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Bild der Verwüstung in Nadschaf

Nach dem Bombenanschlag in Nadschaf haben tausende Trauernde Rache für den Tod von Schiitenführer Ajatollah Mohammed Bakir el Hakim gefordert. Klagend zogen die Gläubigen am Samstag (30.08.2003) vor die Imam-Ali-Moschee, wo am Vortag eine Autobombe den Geistlichen in den Tod riss. Insgesamt kamen mindestens 85 Menschen ums Leben. Die Zahl der Verletzten soll bei mehr als 140 liegen.

Anschlag vor Heiligtum der Schiiten

Trauer in Nadschaf

Trauermarsch in Nadschaf

Der Sprengsatz detonierte während des Freitagsgebets vor der Moschee, die als heiligste Stätte der Schiiten in Irak gilt. Zum Hintergrund des Anschlags in Nadschaf, rund 180 Kilometer südwestlich von Bagdad, wurde zunächst nichts bekannt. Bislang bekannte sich auch niemand zu dem Anschlag.

Verwaltungsratsmitglied Achmed Tschalabi beschuldigte Anhänger des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein. Den US-Truppen warf er vor, nicht ausreichend für die Sicherheit der Region gesorgt zu haben. Am vergangenen Sonntag (24.8.) war ein hoher schiitischer Geistlicher, der Onkel des getöteten Bakir el Hakims, bei einem Bombenanschlag in Nadschaf verletzt worden. Drei seiner Leibwächter wurden getötet.

Bush: US-Truppen lassen sich nicht abschrecken

Trotz des verheerenden Anschlags wollen sich die US-Truppen in Irak nach Worten von Präsident George W. Bush nicht von ihrer Arbeit abschrecken lassen. Bush verurteilte den Anschlag als einen "bösartigen Akt des Terrorismus" und versicherte, die USA würden die Hintermänner der Tat zur Rechenschaft ziehen.

Unterdessen verlautete in New York, die Vereinten Nationen wollten aus Sicherheitsgründen die Zahl ihrer Mitarbeiter in Irak deutlich reduzieren. Von derzeit 400 internationalen Mitarbeitern, davon 110 in Bagdad, sollten künftig nur noch 40 bis 50 im Land bleiben. UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte eine Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen angeordnet, nachdem bei dem Bombenanschlag auf das UN-Hauptquartier in Bagdad am 19. August 22 Menschen ums Leben gekommen waren.

Einflussreicher Geistlicher

Bakir el Hakim

Schiitenführer Bakir el Hakim (Archivbild vom 24.5.2003)

Bakir el Hakim war der Vorsitzende des Obersten Rates für die Islamische Revolution im Irak (SCIRI). Auch mehrere seiner Leibwächter kamen bei dem Anschlag ums Leben. SCIRI ist eine der wichtigsten und einflussreichsten Schiitengruppen im Irak.

In Nadschaf hat es seit dem Sturz von Saddam Hussein immer wieder Spannungen und Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der wichtigsten schiitischen Führer gegeben. Der Oberste Rat hat einen Vertreter in den 25 Mitglieder umfassenden Provisorischen Regierungsrat im Irak entsandt. Für die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Besatzungsmacht ist SCIRI von anderen schiitischen Gruppen wiederholt kritisiert worden.

Rückkehr aus dem Exil

Während der Herrschaft von Saddam Hussein hatte SCIRI sein Hauptquartier Jahrzehnte lang in Teheran. Bakir el Hakim war nach dem Sturz des Saddam-Regimes nach 23 Jahren aus dem iranischen Exil in seine Heimat zurückgekehrt.