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Politik

Terror in Afghanistan

Bei einem Selbstmordanschlag in Afghanistan sind zehn Menschen getötet und 50 verletzt worden. Es war der schwerste Angriff in einer ganzen Serie von Attentaten, die den Taliban zugeschrieben werden.

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Afghanische Polizisten in Kabul während der Wahlen im September

Der Anschlag ereignete sich am Donnerstag (5.1.2006)während eines Besuchs des US-Botschafters Lou Fintor in der Stadt Tirin Kot in der Provinz Urusgan, wie der stellvertretende Provinzgouverneur mitteilte. Der US-Botschafter blieb unverletzt. Das Attentat ereignete sich ein einige hundert Meter entfernt vom Sitz der Provinzregierung.

Nach dem Terrorakt ging bei der Nachrichtenagentur AP der Bekenneranruf eines Mannes ein, der sich als Sprecher der Taliban bezeichnete. Der Mann sagte, der Täter habe eine Landmine unter seiner Kleidung versteckt und den Sprengsatz in der Nähe des Gouverneurssitzes gezündet.

Serie von Anschlägen

Afghanische Offizielle vermuten, dass die Taliban nun beginnen, die Taktiken der Aufständischen im Irak nun für den Kampf gegen die Regierung von Präsident Hamid Karzai anzuwenden. Mutmaßliche Taliban-Guerrillas haben in den vergangenen Wochen eine Serie von Selbstmordattentaten ausgeübt. Ebenfalls am Donnerstag sprengten afghanische Sicherheitskräfte ein Auto voller Sprengstoff in die Luft, welches verdächtigt worden war für einen Angriff auf US-Streitkräfte in der südafghanischen Stadt Spin Boldak zu dienen. Am Montag (2.1.) steuerte ein Selbstmordattentäter eine Autobombe in einen US-Militär-Konvoi und verwundete einen US-Soldaten und zwei Zivilisten.

Terror der Taliban

Am Mittwoch hatten mutmaßliche Taliban-Rebellen in Afghanistan einen Lehrer vor den Augen seiner Familie enthauptet. Malim Abdul Habib wurde nach Angeben seiner Frau am Dienstagabend im Haus der Familie in Kalat überfallen, wie ein Behördensprecher am Mittwoch mitteilte. Er leitete eine Schule, an der Jungen und Mädchen unterrichtet werden. Der Erziehungsminister der Provinz Sabul, Nabi Chuschal, machte die Taliban für den Mord verantwortlich. Nur sie seien gegen die Schulbildung von Mädchen, sagte Chuschal. Schon mehrfach seien Lehrer überfallen und geschlagen worden. Von den 170 Schulen in Sabul seien wegen der angespannten Sicherheitslage inzwischen 100 geschlossen worden, erklärte Chuschal weiter. Von insgesamt 35.000 Schülern in der Provinz sind demnach nur 2.700 Mädchen. Auch Habib war nach Angaben eines Verwandten vor seiner Ermordung schon zweimal bedroht worden. Zu seiner Beerdigung kamen am Mittwoch mehrere hundert Schüler. (sams)

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