1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Top-Thema – Podcast

Terror gegen Touristen

Tunesien lebt vom Tourismus. Doch immer weniger Reisende besuchen das nordafrikanische Land. Wiederholte Terroranschläge schaden nicht nur einem Wirtschaftssektor, sondern bringen eine ganze Nation in Gefahr.

Audio anhören 03:21

Terror gegen Touristen – das Top-Thema als MP3

37 Menschen sterben, viele weitere werden verletzt: Es ist ein blutiger Anschlag, den ein junger Dschihadist am 26. Juni 2015 in zwei Hotels der tunesischen Stadt Sousse verübt – und es ist nicht der erste. Schon im Oktober 2013 hatte ein Selbstmörder einen Sprengsatz in Sousse gezündet. Im März 2015 wurde in der Hauptstadt Tunis ein großes Museum Ziel eines Anschlags. Seitdem wurden die Sicherheitsvorkehrungen mehrmals erhöht.

Trotzdem können Urlauber nicht komplett geschützt werden. Schon 2013 erklärte der tunesische Politiker Ahmed Smaoui: „Die eigentliche Lösung des Terrorproblems besteht darin, dass wir die politische, ökonomische und soziale Krise hinter uns lassen, in die das Land im Januar 2011 geraten ist.“ Damals hatten die Aufstände gegen den früheren Diktator Zine al-Abidine Ben-Ali begonnen.

Der Tourismus ist wirtschaftlich sehr wichtig für Tunesien. Er schafft etwa 400.000 Arbeitsplätze und beschäftigt damit 12 Prozent der aktiven Bevölkerung. Wie empfindlich der Tourismussektor ist, zeigte sich zum ersten Mal nach einem Anschlag auf der Insel Djerba im April 2002. Dabei wurden 19 Touristen getötet. Vor dem Anschlag besuchten etwa 300.000 deutsche Touristen jährlich Djerba. Im Jahr 2003 kamen nur noch 120.000 deutsche Touristen nach Tunesien.

Inzwischen sind in manchen Gebieten Tunesiens 24 Prozent arbeitslos, viele Menschen leiden unter Armut: Durchschnittlich hat jeder Tunesier nur ungefähr 8.100 Euro jährlich zur Verfügung. „Verzweifelte junge Männer können leicht zu Opfern von Dschihad-Propagandisten werden“, erklärte der Aktivist Noumen Mhamdi im Juni 2015 einer französischen Tageszeitung. Und der tunesische Präsident Béji Caïd Essebsi fordert eine internationale Strategie im Kampf gegen die Dschihadisten. Allein, so der Präsident, kann Tunesien das Problem nicht lösen.


Glossar

Terror (m., nur Singular) – das Einsetzen von Gewalt, um politische, wirtschaftliche oder religiöse Ziele zu erreichen

Anschlag, Anschläge (m.) – hier: ein Angriff mit Gewalt, um Angst zu verursachen

Sektor, -en (m.) – das (Sach-)Gebiet

Dschihadist, -en/Dschihadistin, -en (aus dem Arabischen) – eine Person muslimischen Glaubens, die aus religiös-politischen Gründen Gewalt gegen andere einsetzt

etwas verüben – etwas Negatives tun (z. B. ein Verbrechen verüben)

Mörder, -/Mörderin, -nen – jemand, der eine andere Person geplant tötet

einen Sprengsatz zünden – dafür sorgen, dass eine Bombe explodiert

Sicherheitsvorkehrung, -en (f.) – eine Handlung, die etwas sicherer machen soll

ökonomisch – so, dass etwas mit der Wirtschaft zu tun hat

Krise, -n (f.) – die schwierige Situation

etwas hinter sich lassen – hier: etwas nie wieder erleben

in etwas (hinein)geraten – in eine bestimmte Situation kommen

Aufstand, Aufstände (m.) – die Tatsache, dass sich viele Menschen gemeinsam laut und mit Gewalt gegen den Staat/die Regierung protestieren

Diktator, -en/Diktatorin, -nen – eine Person, die in einem Staat mit Gewalt herrscht

empfindlich – hier: leicht zu schwächen

etwas zur Verfügung haben – etwas nutzen können

verzweifelt – so, dass man keine Hoffnung hat und nicht weiter weiß

Dschihad-Propagandist, -en (m.) – jemand, der andere davon überzeugt, ein →Dschihadist zu werden

Aktivist, -en (m.) – jemand, der viel dafür tut, ein bestimmtes (politisches) Ziel zu erreichen

Strategie, -n (f.) – der Plan, wie man ein bestimmtes Ziel erreichen will


Fragen zum Text

1. Der Politiker Ahmed Smaoui sagt, dass …
a) die Sicherheitsvorkehrungen gegen den Terror in Tunesien ausreichend sind.
b) unter anderem die schlechte wirtschaftliche Situation im Land Grund für den Terror ist.
c) es eigentlich keine Lösung für das Problem mit dem Terror gibt.

2. Der Aktivist Noumen Mhamdi glaubt, dass ...
a) die Arbeitslosigkeit und Armut junger Männer nichts mit dem Terrorismus zu tun haben.
b) junge Männer, die ohne Hoffnung in die Zukunft sehen, eher zu Terroristen werden.
c) verzweifelte junge Männer leicht zum Ziel von terroristischen Anschlägen werden.

3. Der tunesische Präsident Béji Caïd Essebsi ist der Meinung, dass …
a) das Terrorproblem nur durch eine weltweite Zusammenarbeit gelöst werden kann.
b) Tunesien stark genug ist, um ohne Hilfe für genügend Sicherheit im Land zu sorgen.
c) man mit Gewalt gegen die Dschihadisten kämpfen muss.

4. Welches Pronomen ist korrekt? „Tunesien will den Terror hinter … lassen.“
a) es
b) sich
c) ihm

5. Wo stimmt die Satzreihenfolge? „Nach einem Anschlag auf Djerba …
a) hat sich zum ersten Mal gezeigt, wie empfindlich der tunesische Tourismussektor ist.“
b) zum ersten Mal hat sich gezeigt, wie empfindlich der tunesische Tourismussektor ist.“
c) sich gezeigt hat zum ersten Mal, wie empfindlich der tunesische Tourismussektor ist.“


Arbeitsauftrag
Wie wichtig ist der Tourismus für euer Land? Stellt euch vor, es würden keine Touristen mehr in euer Land kommen. Welche Folgen hätte das? Wie könnte man das Problem lösen?

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads