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Aktuell Welt

Terror gegen spielende Kinder

Nahezu täglich werden in Pakistan unschuldige Zivilsten Opfer terroristischer Gewalt. Jetzt riss eine Bombe jugendliche Fußballer in den Tod.

Die Bombe war an einem Motorrad befestigt und sie explodierte am Rande eines Fußballspiels zweier Jugendmannschaften im ärmlichen Stadtteil Lyari der pakistanischen Hafenstadt Karachi. Mindestens elf Menschen wurden nach ersten Angaben der Behörden getötet, 24 weitere erlitten Verletzungen (das Artikelbild zeigt Anwohner nach dem Anschlag am Schauplatz). Unter den Toten und Verletzten seien viele Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 15 Jahren, teilte der Informationsminister der Regierung der Provinz Sind, Sharjeel Meson, mit. Möglicherweise habe der Anschlag seinem Ministerkollegen Javed Nager gegolten, der nach dem Fußballspiel einen Pokal überreichen wollte, erklärte Memon. Der Politiker sei unverletzt geblieben.

Bislang bekannte sich keine Organisation zu dem Attentat. Karachi ist mit 18 Millionen Einwohnern die größte Stadt Pakistans und das Wirtschaftszentrum des islamischen Landes. Zugleich ist die Hafenstadt ein Brennpunkt politischer, ethnischer und religiös-motivierter Gewalt. Im Jahr 2012 wurden in der Metropole bei Konflikten zwischen rivalisierenden Parteien und Ethnien rund 2000 Menschen getötet.

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Bombenanschlag bei Fußballspiel

Der Terror gegen die Jugendfußballer reiht sich ein in die Serie von Anschlägen und Angriffen, die das asiatische Land nahezu täglich erschüttern. Erst am Dienstag töteten Extremisten in der südwestlichen Provinz Baluchistan 13 Zivilisten. Nach Angaben der Polizei stoppten die Bewaffneten an vorgetäuschten Kontrollposten mehrere Busse und entführten 13 Passagiere in die Berge. Dort wurden die Reisenden ermordet. Ein Sprecher der paramilitärischen Grenztruppen sagte, bei den Opfern handele es sich um Arbeiter, die zum bevorstehenden Fest des Fastenbrechens nach Hause fahren wollten. Er machte Separatisten aus Baluchistan für die Tat verantwortlich.

Der neue pakistanische Ministerpräsident Nawaz Sharif hatte nach dem Sieg seiner Muslimliga bei den Parlamentswahlen im Mai Verhandlungen mit den radikal-islamischen Taliban zur Beendigung der Gewalt angekündigt. Konkrete Schritte hat es - soweit bekannt -aber noch nicht gegeben.

wl/ml (afp,dpa,rtre,ape)

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