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Europa

Terror-Fahndung läuft auf Hochtouren

Nach dem Bombenanschlag auf Mallorca konzentriert sich die Polizei auf zwei Verdächtige, die sich wahrscheinlich noch auf der Insel versteckt halten. Für die beiden ermordeten Polizisten gab es eine Trauerfeier.

Wrack des Autos, auf den der Anschlag verübt wurde (Foto: AP)

Der Anschlag ereignete sich am Donnerstag

Die Ermittler identifizierten nach Medienberichten am Freitag (31.07.2009) zwei Verdächtige. Die Polizei gehe davon aus, dass sich die beiden noch auf der Insel versteckt hielten, bis sich die Lage beruhigt habe, sagte der Vertreter der Zentralregierung für Mallorca, Ramon Socias.

Laut Medienangaben handelt es sich um ein Paar, das sich kürzlich ein Zimmer in einem Hotel auf Mallorca gemietet hatte. Das Innenministerium veröffentlichte außerdem Fahndungsfotos von sechs mutmaßlichen ETA-Mitgliedern, zwei Frauen und vier Männern, machte jedoch keine Angaben zu möglichen Verbindungen zu den Anschlägen im nordspanischen Burgos am Mittwoch und in Palmanova auf Mallorca am Donnerstag.

Die Polizei ist auf der beliebten Urlaubsinsel mit einem Großaufgebot im Einsatz. Sie nahm am Flughafen der Inselhauptstadt Palma de Mallorca sowie an den Handels- und Yachthäfen scharfe Kontrollen vor. An den Häfen in Palma und Alcudia galten verschärfte Sicherheitsbestimmungen. Nach Angaben einer Behördensprecherin durfte kein Boot ohne Genehmigung der Guardia Civil die Insel ansteuern oder verlassen.

Die Glocken im ganzen Land läuteten

Der spanische Ministerpräsident Zapatero (r.) legt eine Ehrenmedaille auf die Särge der Opfer (Foto: AP)

Der spanische Ministerpräsident Zapatero (r.) legt eine Ehrenmedaille auf die Särge der Opfer

Mit einer Trauerfeier in der Kathedrale von Palma und fünf Schweigeminuten im ganzen Land wurde am Freitag der beiden Polizisten gedacht, die bei dem Anschlag ums Leben kamen. In ganz Spanien läuteten um 12.00 Uhr mittags die Glocken. An dem Gottesdienst nahmen auch Kronprinz Felipe und Prinzessin Letizia teil. Zuvor hatten Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero und Oppositionsführer Mariano Rajoy den Toten die letzte Ehre erwieseen.

Kampf gegen die ETA soll intensiviert werden

Karte von Mallorca mit dem Ort des Anschlags (Grafik: dpa)

Zapatero forderte die Sicherheitskräfte auf, den Kampf gegen die Terroristen der ETA zu intensivieren und den Schutz der eigenen Beamten zu verstärken. Die spanischen Sicherheitskräfte hatten sich seit mehreren Tagen in höchster Alarmbereitschaft befunden. Die ETA feiert an diesem Freitag ihr 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Jahrestag waren Terroranschläge in Spanien befürchtet worden

"Feiger und verachtenswerter Terrorismus"

Spaniens König Juan Carlos verurteilte den Anschlag auf Mallorca und den am Vortag im nordspanischen Burgos scharf. Der Terrorismus habe sich erneut von seiner "feigesten und verachtenswertesten" Seite gezeigt, erklärte der Monarch auf der portugiesischen Insel Madeira, wo er sich zu einem offiziellen Besuch aufhielt.

Spanier demonstrieren gegen ETA-Terror

Am Freitag demonstrierten Tausende Spanier gegen den ETA-Terror. Im mallorquinischen Badeort Palmanova kamen etwa 5000 Menschen zu einer Kundgebung zusammen. Zu der Demonstration unter dem Motto "Alle gegen den Terrorismus" hatten die Regionalregierung der Balearen und andere offizielle Stellen auf Mallorca aufgerufen. In anderen spanischen Städten fanden ebenfalls Kundgebungen gegen den Terror der ETA statt.

Blutiger Kampf

Polizeikaserne in Burgos nach einem Anschlag der ETA (Foto: AP)

Nach dem ETA-Attentat in Burgos

In ihrem gewaltsamen Kampf für einen unabhängigen Baskenstaat hat die ETA mehr als 820 Menschen getötet. Einen Tag vor dem Anschlag auf Mallorca waren bei einem mutmaßlichen ETA-Anschlag durch eine Autobombe vor einer Kaserne der Guardia Civil im nordspanischen Burgos mehr als 60 Menschen verletzt worden.

Die ETA hatte in der Vergangenheit mehrere Anschläge auf Mallorca verübt, dabei aber bislang keinen Menschen getötet. Im Jahr 1995 war die Organisation auf der Insel mit dem Vorhaben gescheitert, den spanischen König Juan Carlos mit einem Präzisionsgewehr zu erschießen. (gri/fab/mas/afp/dpa/ap)

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