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Politik

Terror-Anschlag auf russisches Hospital

Der Kaukasus kommt nicht zur Ruhe. Bei einem Anschlag auf ein Militärhospital in Mosdok sollen zahlreiche Menschen getötet worden sein. Das örtliche Militär vermutet tschetschenische Rebellen hinter dem Attentat.

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5.7.2003: Angehörige von Opfern eines tschetschenischen Attentats in Moskau warten auf Nachrichten

Bei einem Selbstmordanschlag auf ein russisches Militärkrankenhaus im Kaukasus sollen am Freitagabend (1. August 2003) zahlreiche Menschen getötet worden sein. Mehr als zwei Dutzend weitere Menschen seien verletzt worden, als ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen in der Stadt Mosdok in Nord-Ossetien das Krankenhaustor durchbrach und explodierte, meldete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Militär. Die Detonation sei noch in einer Entfernung von 15 Kilometern zu spüren gewesen. Das örtliche Militär machte indirekt tschetschenische Rebellen für das Attentat verantwortlich. Bislang hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt.

Dutzende Opfer

Der Verwaltungschef der russischen Teilrepublik, Michael Schalatow, sagte der Agentur Interfax, das dreistöckige Krankenhaus sei bei der Explosion dem Erdboden gleich gemacht worden. "Alles liegt in Ruinen, deshalb kann niemand mit Gewissheit sagen, wie viele Menschen verletzt oder getötet wurden." Nach Agenturberichten sind mindestens 39 Menschen getötet worden. Weitere Menschen
wurden in Krankenhäusern behandelt, wie ein Sprecher des Katastrophenschutzministeriums der Nachrichtenagentur
Interfax sagte. Der Agentur ITAR-TASS zufolge riss die Explosion einen fünf Meter breiten Krater in den Boden.

In dem Krankenhaus hielten sich nach Angaben des Zivilschutzes etwa 90 Patienten und Krankenpfleger auf. Soldaten eines in Mosdok stationierten Panzergrenadier-Regiments sicherten die Trümmer und suchten nach den Opfern. Etwa 30 Verletzte seien in andere Lazarette gebracht worden, berichtete der Radiosender "Echo Moskwy". Rettungsmannschaften des russischen Katastrophenschutzministeriums begaben sich an den Ort des Anschlags, auch Mitarbeiter des Innenministeriums und des Geheimdienstes waren vor Ort. Russlands Präsident Wladimir Putin schickte Verteidigungsminister Sergej Iwanow nach Mosdok.

Größter Stützpunkt der russischen Armee

Ein Armeesprecher sagte der Agentur ITAR-TASS, es sei nicht auszuschließen, das der Anschlag ein Racheakt tschetschenischer Rebellen sei. In Mosdok befindet sich der größte russische Stützpunkt, von dem aus die Armee gegen Rebellen im angrenzenden Tschetschenien vorgeht.

Tschetschenische Rebellen haben bei Selbstmordanschlägen in den vergangenen Monaten Hunderte russischer Soldaten und Zivilisten getötet. Am 5. Juli 2003 sprengten sich zwei Tschetscheninnen bei einem Rockfestival in Moskau in die Luft und töteten etwa 15 Menschen. Mitte Mai wurden 60 Menschen in dem tschetschenischen Ort Snamenskoje getötet, als ein Attentäter einen Lastwagen voller Sprengstoff neben russischen Verwaltungsgebäuden zur Explosion brachte. Bei einem ähnlichen Anschlag Ende Dezember 2002 waren in der Hauptstadt Grosny mehr als 80 Menschen getötet worden.

20.000 Tote seit 1999

Seit dem erneuten Einmarsch russischer Truppen in der abtrünnigen Kaukasusrepublik im Oktober 1999 kamen nach offiziellen Angaben bis zu 5000 russische Soldaten und rund 15.000 Rebellen ums Leben. Die Rebellen wollen mit den Anschlägen den von Moskau verordneten Prozess einer politischen Stabilisierung in Tschetschenien stoppen. Der Kreml hat für den 5. Oktober 2003 Präsidentenwahlen in der Teilrepublik angesetzt, bei denen der Moskau-treue Verwaltungschef Achmat Kadyrow als Favorit gilt. (kap)

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  • Datum 02.08.2003
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