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Amerika

Terror-Alarm via Twitter und Facebook

Mit einem neuen System will die US-Regierung die Bevölkerung alarmieren, wenn Informationen über Terroranschläge vorliegen. Es soll den bisherigen Farben-Code ablösen und auch soziale Medien nutzen.

Das alte Terrorwarnsystem

Das neue System ersetzt den bisherigen Farbencode

In den USA wird ein neues Terror-Alarm-System eingeführt. Eine überparteiliche Arbeitsgruppe hat das neue System (genannt National Terrorism Advisory System, kurz NTAS) erarbeitet, das bereits mehrere Monate erprobt wurde. Danach informiert die Heimatschutzbehörde die Bevölkerung, wenn Informationen über eine Bedrohung vorliegen. Der Alarm soll ganz konkrete Hinweise geben: Etwa in welcher Region ein Angriff befürchtet wird und wodurch.

"Einige Warnungen werden örtlich begrenzt sein, andere werden sich nur auf bestimmte Branchen beziehen, wie Energieversorger oder Hotels und Motels oder Einkaufszentren", erklärte Heimatschutzministerin Janet Napolitano, als sie das neue System kürzlich in der Grand Central Station, dem Hauptbahnhof in New York vorstellte. Mit der Warnung mitgeliefert werden entsprechende Landkarten oder Grafiken.

Besseren Schutz durch gezieltere Information

Das neue System ersetzt den bisherigen Farbencode, der aus dem März 2002 stammt. Grün hieß dabei "geringes Risiko", rot bedeutete "sehr hohes Risiko". Das Problem: Seit 2006 zeigte der Farbencode an Flughäfen immer orange, also "hohes Risiko", und im Rest des Landes zumindest gelb, also "ernstzunehmendes Risiko", an. Der Informationswert: nahezu Null. Denn "Terrorismus gehört zu unserer Umwelt", erklärte Ministerin Napolitano.

Die Warnungen sollen auch gleich Hinweise enthalten, was jeder einzelne tun kann, um die Gefahr abzuwenden: Auf Menschen mit Rucksäcken achten, etwa, oder Fotos an die Behörden schicken, die an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit gemacht wurden.

Janet Napolitano

US-Heimatschutzministerin Napolitano erhofft sich eine effektivere Informationspolitik

"Wir wollen nicht, dass die Leute Angst haben, wir wollen dass sie ihre Aufmerksamkeit erhöhen", so Napolitano, wenn es konkrete Gefahrenhinweise gebe. Es gibt zwei Arten von Alarmen: "unmittelbar bevorstehend", wenn die Behörden konkrete Hinweise über Ort und Zeitpunkt der Bedrohung haben, und "erhöht", wenn diese Informationen nicht vorliegen.

Mit Verfallsdatum, über alle Medien

Neu ist auch, dass die Warnung mit einem Verfallsdatum versehen wird. Wird sie nicht erneuert, läuft sie zu dem genannten Zeitpunkt aus. Und: Die US-Behörde nutzt neben Fernsehen und Hörfunk die sozialen Medien, um den Alarm zu verbreiten. Wer will, kann sich nicht nur per Email sondern auch über Facebook oder Twitter warnen lassen. Auch per RSS-Feed werden die Informationen verschickt und im Blog der Behörde sind sie nachzulesen. Aktualisierungen werden entsprechend auf die gleiche Weise geliefert.

Die Bedrohungen beziehen sich nur auf das Staatsgebiet der USA - für das Ausland gibt es weiterhin die Reisewarnungen des Außenministeriums.

Wie konkret die Informationen sind, die dann veröffentlicht werden, wird sich erst noch zeigen müssen. Natürlich, so erklärte Janet Napolitano, würden nicht alle Geheimdienstinformationen an die Bevölkerung weiter gegeben. Polizei, Flughafen- oder Bahnbehörden würden weiterhin detailliertere Informationen bekommen als die Öffentlichkeit. Gleichzeitig gab sie erst einmal Entwarnung: Derzeit, so erklärte Ministerin Napolitano, lägen keine Hinweise auf eine Bedrohung vor.

Autor: Christina Bergmann
Redakteur: Rob Mudge

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