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Europa

Terror-Alarm im Herzen Londons

Fast zwei Jahre nach der verheerenden Terrorattacke in der britischen Hauptstadt hat die Londoner Polizei einen Anschlag mit hoch gefährlichen Autobomben in einem populären Ausgehviertel verhindert.

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Polizei ermittelt: Spurensuche in London

Dank der aufmerksamen Besatzung eines Rettungswagens hat die Londoner Polizei am Freitag einen schweren Terroranschlag verhindert: In einem im pulsierenden Ausgehviertel um Piccadilly Circus abgestellten Auto wurde in den frühen Morgenstunden des Freitags (29.6.) eine Bombe entdeckt und entschärft, die möglicherweise hunderte Menschen hätte töten können, wie der Anti-Terror-Chef von Scotland Yard, Peter Clarke mitteilte. Das Auto war vor dem populären Nachtclub Tigertiger in der Straße Haymarket abgestellt - randvoll mit Gasflaschen, Benzin und Nägeln. Straßen wurden komplett abgeriegelt, im Berufsverkehr kam es am Morgen zu einem Chaos, Teile der Innenstadt wurden geräumt.

Mehrere Bomben?

Weiteres verdächtiges Fahrzeug gefunden - Hyde Park teilweise geräumt Polizei ermittelt nach Bombenfund in London Spurensuche

Absperrung am Hydepark

Wenige Stunden später wurde ein zweites verdächtiges Fahrzeug bei einer Tiefgarage in der Park Lane nahe des Hyde Parks mit einem Polizeiroboter untersucht, der Park wurde geräumt. Auch ein Teil der Einkaufsstraße Oxford Street war betroffen. Die Menschen sollten die Gegend verlassen, berichtete die BBC. An der Park Lane befinden sich viele berühmte Hotels. Nach dem Fund eines dritten verdächtigen Fahrzeugs hat die Polizei nochmals eine Straße im Zentrum von London abgeriegelt. Nach Angaben der Fernsehsender BBC und Sky News wurde am Freitagabend auch die Fleet Street gesperrt.

"Internationales Ausmaß"

Die Bombe in Haymarket wurde nur zwei Tage nach dem Amtsantritt des neuen Premierministers Gordon Brown entdeckt. Nach Angaben von Regierungsquellen und Sicherheitsexperten handelt es sich um eine Tat mit "internationalem Ausmaß" und mit möglichen Verbindungen zum Terrornetz El Kaida.

Die Polizei wurde in der Nacht zum Freitag zu dem geparkten Mercedes vor dem Partyclub "Tiger Tiger" gerufen, weil Rauch aus dem Auto gedrungen war. Experten entschärften die Bombe manuell, sagte Clarke. Er schloss nicht aus, dass der Club, der mehr als 1000 Menschen fasst, Ziel eines Anschlags war. Der Sender Sky News berichtete, die Bombe hätte mit einem Mobiltelefon ferngezündet werden sollen.

In dem Wagen befanden sich nach Polizeiangaben rund 60 Liter Benzin. Der Brennstoff zusammen mit den Propangas-Zylindern hätte zu einer enormen Explosion geführt. "Zu dieser Zeit verlassen viele, viele Menschen die Clubs und Bars", sagte Clarke. Die Polizei untersuche nun das Videomaterial. Der Fundort wird wie viele andere Straßen und Plätze in London permanent mit Kameras überwacht. Der britische Inlandsgeheimdienst MI5 will mögliche Zusammenhänge mit mindestens zwei ähnlichen Fällen untersuchen: 2004 soll eine dem Terrornetzwerk El Kaida nahe stehende Zelle einen Anschlag auf den Nachtclub "Ministry of Sound" geplant haben.

"Andauernde Gefahr"

Großbritannien London Terror Autobombe entdeckt Gordon Brown

Erste Krise: Gordon Brown

Großbritannien sei "einer ernsten und andauernden Gefahr" ausgesetzt, betonte Premierminister Brown. Die Öffentlichkeit müsse "zu jeder Zeit wachsam" sein. Verteidigungsminister Des Browne sagte, es handle sich um einen "sehr ernsten Vorfall". Brown hatte das Regierungsamt erst am Mittwoch nach zehn Jahren von Tony Blair übernommen. Dieser war wegen des Einsatzes britischer Truppen im Irak-Krieg in die Kritik geraten. Die Sicherheitswarnstufe blieb auf der zweithöchsten Stufe.

Chaos in London

Der zentrale U-Bahnhof Piccadilly Circus und Straßen in der Umgebung wurden bis auf weiteres gesperrt. Es kam zu starken Behinderungen in der Innenstadt, tausende Pendler kamen nicht voran, Staus verstopften die Straßen. Anwohner klagten, nicht mehr in ihre Häuser zu kommen. Hubschrauber kreisten über dem Zentrum. Haymarket liegt mitten im Geschäfts- und Touristenviertel Londons, wenige Gehminuten von der Einkaufsstraße Regent Street und Attraktionen wie dem Trafalgar Square und Leicester Square entfernt.

Das Geschehen rief Erinnerungen an die Terroranschläge vom 7. Juli 2005 auf die Londoner U-Bahn und einen Bus wach. Damals waren 52 Menschen getötet und mehr als 700 verletzt worden, nachdem sich Selbstmordattentäter in vier U-Bahnzügen und einem Bus in die Luft gesprengt hatten. Vor wenigen Wochen hatte ein Gericht in London mehrere Männer verurteilt, weil sie mit Düngemittelbomben unter anderem einen Nachtclub attackieren wollten. (sams)

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