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Sport

Tennis-Star Scharapowa positiv getestet

Die Russin geht in die Offensive: In einer Pressekonferenz gibt die 28-Jährige zu, Meldonium jahrelang eingenommen zu haben. Jedoch wurde das Medikament von der Welt-Anti-Doping-Agentur erst vor drei Monaten verboten.

Die russische Weltklasse-Spielerin Maria Scharapowa ist positiv auf Doping getestet worden. Während der Australian Open in diesem Jahr sei die mittlerweile verbotene Substanz Meldonium in ihrem Körper gefunden worden, sagte die 28 Jahre alte Tennisspielerin in Los Angeles. "Ich habe einen großen Fehler gemacht", räumte die Weltranglisten-Siebte ein. "Ich muss die Verantwortung dafür tragen, es ist mein Körper. Ich kann niemandem außer mir selbst die Schuld dafür geben." Sie wisse noch nicht, welche genauen Konsequenzen der Tennis-Weltverband ITF ziehe.

Liste nicht beachtet

Auf die Öffnung der B-Probe wird Scharapowa verzichten, wie ihr Anwalt John Haggerty der "New York Times" sagte. Vom 12. März an ist die Russin nach Angaben der ITF vorläufig gesperrt. Über die Dauer der Sperre wurde zunächst nichts bekannt. Der Fall sei nun in den Händen des Tennis-Anti-Dopingprogramms, teilte die WTA mit.

Das Medikament mit der verbotenen Substanz nehme sie seit 2006. Jahrelang habe es nicht auf der Dopingliste gestanden, sagte Scharapowa. Inzwischen seien die Regeln aber geändert worden, darüber sei sie im Dezember schriftlich informiert worden. "Ich habe nicht auf die Liste geschaut", sagte sie.

Am Sonntag hatte die fünfmalige Grand-Slam-Turniersiegerin zu einer Pressekonferenz mit einer "wichtigen Ankündigung" eingeladen und damit für Spekulationen über einen Rücktritt gesorgt. "Ich will meine Karriere nicht so beenden. Ich hoffe, das ich eine weitere Chance bekomme", sagte sie. Scharapowa gilt als die #link:http://www.dw.com/de/die-topverdiener-des-sports/g-17983283:reichste Sportlerin der Welt# und ist eine von nur zehn Spielerinnen, die jedes Grand-Slam-Turnier einmal gewonnen haben.

Meldonium in Deutschland nicht erlaubt

Meldonium ist ein Wirkstoff, der in Deutschland als Arzneimittel nicht zugelassen ist. Die in den baltischen Staaten und Russland vertriebene Substanz soll die Durchblutung fördern und als Medikament unter anderem für Herzerkrankungen geeignet sein. Bei einer Untersuchung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) im Jahr 2014 konnte für den Wirkstoff ein hoher Missbrauch in verschiedenen Sportarten festgestellt werden. Die WADA vermutete den Missbrauch durch Athleten, die eine verbesserte Durchblutung und höhere physische Ausdauer erlangen wollen.

Da die Anwendung überwiegend aus nicht-medizinischen Gründen zur Leistungssteigerung erfolgte, entschied die WADA, Meldonium ab 1. Januar 2016 für den Sport zu verbieten.

sw/jj (dpa, sid)

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