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Wirtschaft

Telekom-Unternehmen erwarten bessere Geschäfte

Vier bittere Jahre liegen hinter der Telekom-Branche, die als gefeierter Teil der New Economy ebenso baden ging wie die Dotcoms. Nun verdienen die Firmen wieder Geld, die Aktienkurse eilen voraus.

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Ruf! Mich! An! Mobil telefonieren bringt wieder Geld in die Kassen

Nach der Schrumpfkur der vergangenen Jahre werden die Unternehmen der Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) im kommenden Jahr 2004 wieder zwei Prozent Wachstum erreichen – so erwartet es der deutsche Branchenverband Bitkom.

Das gilt freilich für die gesamte Branche einschließlich der Hard- und Softwareindustrie, die mit der Telekom-Branche gerne in einen Topf geworfen wird. Im einzelnen gibt es Unterschiede. "Während die Umsätze mit Geräten und System seit drei Jahren sinken, gehen die Umsätze mit Telekommunikationsdiensten genau gegenläufig nach oben", sagte Verbandspräsident Willi Berchtold jüngst bei der Vorstellung der Prognosen.

Internet-Provider verdienen gutes Geld

Das größte Wachstum verzeichnen Internet-Dienste mit einem Plus von 16 Prozent im Jahr 2003 und 13 Prozent im kommenden Jahr. Deutsche Börsianer konnten das schon erfreut feststellen: Zu den Shootingstars des Aktienindex Tec Dax gehörten nämlich zwei Internet-Dienste: Freenet und United Internet. Vor einem Jahr notierte Freenet bei 4 Euro, heute (16.10.2003) sind es 48 Euro. United Internet kletterte im gleichen Zeitraum von 5,20 Euro auf über 19 Euro. Wer nicht dabei war, dürfte da feuchte Augen bekommen, denn diese Unternehmen verdienen echtes Geld und verbrennen es nicht.

Telecom-Messe in Genf als Branchenindikator

Die Branche ist zum einen vom Wandel zur Dienstleistung geprägt. So werden etwa die Telekommunikationsunternehmen zunehmend auch zu Dienstleistern rund um das Rechenzentrum, weil sie die Netzinfrastruktur ohnehin schon betreiben. Dies war einer der Trends auf der diesjährigen Messe ITU Telecom in Genf, die am Wochenende endete (18./19.10.2003). Sie findet alle vier Jahre statt und gilt als wichtiger Branchenindikator. Denn die Telecom-Messe ist nicht auf Endverbraucher, sondern auf Ausrüster und Diensteanbieter fokussiert. Dort werden die Investitionen getätigt, die für den Ausbau der Netze und Dienste nötig sind. Euphorie war auf der Telecom nicht zu spüren, aber "verhaltener Optimismus", so ein Messebesucher und Branchenkenner.

Neue Dienste als Einnahmequellen

Der Telekommunikationsmarkt ist in eine reife Phase getreten. Dennoch warten neue Umsatzchancen. Zu den Trends auf der Telecom zählten Virtual Private Networks (VPN) und Voice over IP – keine neuen Techniken also, aber heute ausgereift und markttauglich. VPNs sind für Firmen zunehmend interessant, die ihre eigenen Netze mit gesichertem Zugang für ihre Mitarbeiter weltweit einrichten wollen, egal ob mobil oder fest. In Zeiten verteilter Arbeit ein Trendthema. Voice over IP (VoIP) bedeutet nichts anderes, als dass Sprache über das Internetprotokoll übertragen werden kann. Damit sparen Kunden also klassische Telefonnetze ein – klar, dass die Telekommunikationsunternehmen da mitmischen wollen und müssen.

Mehr mobile als feste Anschlüsse weltweit

Auch Handys machen den Endkunden offenbar wieder mehr Spaß. Marktführer Nokia etwa konnte den Verkauf von Mobiltelefonen im dritten Quartal 2003 erstmals wieder steigern, um 15 Prozent. So ganz erholt hat sich die Aktie freilich noch nicht, vor einem Jahr notierte sie bei 10 Euro und nun bei immerhin 14 Euro. Die Erträge in der Handysparte seien "exzellent", so Konzernchef Ollila. Einen neuen Rekord erzielte Konkurrent Siemens beim Handy-Verkauf. Demnach konnte das Unternehmen weltweit im dritten Quartal dieses Jahres 12 Millionen Handys absetzen, 50 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2002.

Das mobile Telefonieren ist damit die zweite Einnahmequelle, mit denen die Telefongesellschaften kräftig Geld verdienen. Zum Vergeich: Zwischen 1999 und 2003 stieg die Zahl der Festnetzanschlüsse weltweit auf 1,21 Milliarden. Das geht aus dem neuesten Bericht der Weltorganisation für Telekommunikation (ITU) hervor, der zum Auftakt der Telecom 2003 präsentiert wurde. Aber: Im vergangenen Jahr überstieg die Zahl der Handys erstmals die Zahl der Festnetzanschlüsse: Heute gibt es weltweit rund 1,3 Milliarden Mobiltelefon-Benutzer. Mit einer Zunahme auf 2 Milliarden rechnen Industrie und Verbände. Wachstumsmärkte: China, Indien, Südamerika.

Telekommunikationsunternehmen verdienen wieder

Sony Ericsson P800 Mobiltelefon mit Kamera, Organizer und Internet/E-Mail Funktion

Doch auch "satte" Märkte bieten Gewinnchancen. Die Marktführer in Europa beweisen das. Von ihrem Tief bei 8,50 Euro hat sich die Aktie der Deutschen Telekom etwa auf Werte um derzeit 13 Euro erholt und notiert damit beim Ausgabekurs der ersten deutschen "Volksaktie" – wohl dem, der bei 100 Euro Kasse machte. Konkurrent France Telecom hat sich noch besser geschlagen, von 9,50 Euro auf knapp 22 Euro derzeit, ebenso die spanische Telefonica, von knapp 8 Euro auf knapp 11 Euro. Bemerkenswert hier: Die Spanier wollen bis 2006 für 4 Milliarden Euro Aktien zurückkaufen und sogar 40 Cent Dividende zahlen. Die fällt bei der Telekom vorerst noch aus.

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