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Wirtschaft

Telekom: Lob statt Schelte

Selten war die Stimmung auf einer Telekom-Hauptversammlung so gut: Der Konzern macht wieder Milliardengewinne, und die Aktie ist im Aufwind. Dennoch will sich das Unternehmen von einigen Bereichen trennen.

Früher sei Stimmung bei den Hauptversammlungen der Telekom depressiv gewesen, das sei heute anders, kommentierte ein Aktionär. Beim alljährliche Aktionärs-Treffen der Telekom gab es Grund zum Feiern: Das Papier legte im letzten Jahr um knappe 30 Prozent zu. Auch beim Umsatz ging es für den Bonner Konzern bergauf: Im Vergangenen Jahr erwirtschaftete die Telekom mit seinen insgesamt 228.000 Mitarbeitern 62,7 Milliarden Euro.

Vor allem in den USA läuft das Geschäft gut. So verzeichnet die Tochterfirma T-Mobile großen Zulauf. Nach Jahren des Siechtums zahlen sich jetzt die hohen Investitionen in das Mobilfunknetz und in die Werbung aus. Allein im vorigen Jahr gewann die Firma acht Millionen neue Nutzer. Mit 55 Millionen Kunden ist T-Mobile der viergrößte Mobilfunker in den USA und rangiert nur noch knapp hinter dem Rivalen Sprint.

Abschied von US-Tochter?

Trotzdem liebäugelt Telekom-Chef Tim Höttges weiter mit einem Partner für die Erfolgstochter. Es sei die Pflicht eines Vorstandes, die Rendite von T-Mobile US weiter zu steigern. "Wenn wir einen Partner finden, der uns dabei hilft, werden wir dies selbstverständlich prüfen." Voriges Jahr waren bereits zwei Interessenten abgesprungen. In den USA zeichnet sich gerade eine Übernahmewelle in der Telekommunikationsbranche ab.

Der Mobilfunkriese Verizon will das einst für seinen Email-Dienst bekanntgewordene Unternehmen AOL für rund 4,4 Milliarden Dollar kaufen. Und jüngst kündigte der französische Kabelbetreiber Altice die Übernahme des US-Regional-Anbieters Suddenlink Communications für 9,1 Milliarden Dollar an. Höttges betonte aber, dass er angesichts der guten Entwicklung keinen "Zugzwang" für einen Verkauf sehe.

Adieu T-Online

Auch in Deutschland habe die Telekom einiges zu tun. Höttges sprach damit den möglichen Verkauf des Internet-Portals T-Online an. Gespräche mit Interessenten seien aufgenommen worden, so der 52-Jährige. Das Geschäftsmodell von T-Online habe sich überlebt. "Die Wege der Kunden ins Netz laufen heute nicht mehr über ein Portal." Auch eine E-Mail-Adresse könnten Internet-Surfer überall im Netz erhalten. Als ein aussichtsreicher Käufer wird der Verlag Axel Springer gehandelt.

Herausforderung schnelle Netze

Als größte Aufgabe für die Zukunft beschrieb der Telekom-Chef die Auswirkungen der Digitalisierung. Die Telekom werde weiter viel Geld für schnellere und bessere Netze ausgeben. Diese seien die Basis der Digitalisierung und damit des wirtschaftlichen Erfolges, unterstrich Höttges. Mit rund 10 Milliarden Euro "investieren wir so viel wie kein anderes Unternehmen in die Infrastruktur". Dennoch verdreifachte der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr seinen Überschuss auf 2,9 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen wie bereits im Jahr zuvor eine Dividende von 0,50 Euro je Aktie erhalten.

nm/dk (rtr, dpa)