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Politik

Telefonat besiegelt Atom-Abrüstung

Lange zogen sich die Verhandlungen hin, ein fernmündliches Zwiegespräch der Präsidenten gab jetzt den Weg frei: Der neue Vertrag zur Nuklear-Abrüstung wird von den USA und Russland am 8. April in Prag unterzeichnet.

Pershing II-Rakete (Foto: AP)

Nuklearwaffen-Arsenal soll deutlich verringert werden

Das Nuklearwaffen-Arsenal beider Länder werde um etwa ein Drittel verringert, sagte US-Präsident Barack Obama am Freitag (26.03.10) in Washington kurz nach seiner telefonischen Einigung mit seinem russischen Kollegen Dimitri Medwedew. Es handle sich um das umfassendste Abrüstungsabkommen seit fast zwei Jahrzehnten. Das Abkommen wird den Start-1-Vertrag zur Verringerung strategischer Atomwaffen von 1991 ablösen. Dieser war im Dezember vergangenen Jahres ausgelaufen.

US-Präsident Barack Obama (Foto: AP)

US-Präsident Obama: Ein Drittel Atomwaffen weniger

Das Papier soll auch Ausgangspunkt für eine weltweite Verringerung von Atomwaffen sein. "Mit diesem Abkommen", so Obama, "senden die USA und Russland - die beiden weltgrößten Atommächte - ein klares Signal, dass wir führen wollen." Die USA erhoffen sich zudem einen Neustart im Verhältnis zu Russland. Auch der Kreml hob die Bedeutung des Abkommens hervor. Es spiegele das Gleichgewicht der Interessen beider Länder, ließ Medwedew in Moskau verkünden.

US-Raketenabwehr blieb bis zuletzt Streitpunkt

Russlands Präsident Medwedew (Foto: AP)

Der russische Präsident Medwedew: Gleichgewicht der Interessen

Der Vertrag senkt die Zahl der nuklearen Sprengköpfe von je 2200 auf je 1550. Die Zahl der Trägersysteme wird demnach auf jeweils 700 halbiert. Ausgelegt ist das neue Abkommen auf zehn Jahre. Streitpunkt war bis zuletzt, ob und in welcher Form das geplante US-Raketenabwehrsystem in Europa in dem Papier erwähnt wird. Russland lehnt dies strikt ab. Die Parlamente beider Staaten müssen das Abkommen noch ratifizieren, bevor es in Kraft tritt.

Autor: Gerd Winkelmann (dpa, afp, ap)
Redaktion: Hajo Felten

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