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Politik

Teilerfolg im Kampf gegen die Ölpest

Nach einer schier endlosen Reihe von Fehlschlägen im Kampf gegen die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat der Energiekonzern BP einen Teilerfolg erreicht. Doch noch ist nichts gewonnen.

BP-Video von der Unglücksstelle auf dem Meeresgrund (Foto: AP)

BP-Video von der Unglücksstelle auf dem Meeresgrund

Experten von BP ist es am Donnerstag (03.06.2010) gelungen, mit einer ferngesteuerten Riesenschere in mehr als 1500 Meter Meerestiefe die defekte Ölleitung zu durchtrennen, aus der seit April Öl ausströmt. Der Chef der US-Küstenwache, Admiral Thad Allen, bezeichnete die Kappung der beschädigten Steigleitung als "bedeutsamen Schritt nach vorne".

Eigentlich war geplant, die Steigleitung mit einer diamantbesetzten Säge zu durchtrennen. Die über Roboter ferngesteuerte Säge blieb aber in dem Rohr stecken, der Versuch wurde am Mittwoch aufgegeben.

Trichter soll Öl auffangen

Nach den weiteren Plänen von BP soll nun über die Schnittstelle der Ölleitung eine Art Trichter abgesenkt werden, aus der dann zumindest ein Teil des ausströmenden Öls über eine Leitung in Schiffe an der Meeresoberfläche gepumpt werden soll.

Öl im Marschland von Louisiana (Foto: AP)

Öl im Marschland von Louisiana

Allen nannte diesen Plan eine "herausfordernde Aufgabe". Experten gehen davon aus, dass nach dem Durchtrennen der Leitung zunächst noch mehr Öl aus dem Rohr austreten wird, ehe das Abpumpmanöver beginnen kann. Zu den Erfolgsaussichten des Plans wollte Allen sich nicht äußern, Womöglich werde sich noch an diesem Donnerstag (Ortszeit) zeigen, ob das Vorhaben gelinge, sagte er.

Größte Öl-Katastrophe der US-Geschichte

Diese sogenannte Cut-and-Cap-Methode ist allerdings nur ein Provisorium. Vollständig wird der Ölstrom sich nach Ansicht von Experten erst durch zwei Ersatzbohrungen stoppen lassen. Diese Arbeiten werden aber noch bis August dauern. Seit dem Untergang der Ölplattform "Deepwater Horizon" am 20. April strömen aus dem defekten Bohrloch jeden Tag bis zu drei Millionen Liter Öl ins Meer. Es handelt sich um die größte Ölkatastrophe in der Geschichte der USA. Nachdem Küstenabschnitte der Bundesstaaten Louisiana, Mississippi und Alabama bereits verschmutzt sind, bedroht die Ölpest nun auch die Strände Floridas.

Fischer in Alabamha protestiert gegen BP (Foto: AP)

Fischer in Alabama protestiert gegen BP

Auf Druck der US-Regierung erklärte BP sich bereit, 360 Millionen Dollar für den Bau von sechs künstlichen Sandinseln vor Louisiana zu zahlen. Mit ihnen soll ökologisch sensibles Marschland geschützt werden. Die bisherigen Ausgaben des Konzerns zur Bekämpfung der Ölpest stiegen damit auf 1,35 Milliarden Dollar.

BP war schlecht vorbereitet

BP-Chef Tony Hayward räumte derweil ein, dass sein Unternehmen nicht ausreichend auf die Ölkatastrophe vorbereitet gewesen sei. "Es stimmt ohne Zweifel, dass wir nicht die Werkzeuge hatten, die in einen Werkzeugkasten gehören", sagte Hayward der Zeitung "Financial Times". US-Präsident Barack Obama kündigte für Freitag seinen nächsten Besuch in der Region an.

Autor: Michael Wehling (dpa, rtr, afp, apn)
Redaktion: Martin Schrader

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