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Amerika

Teilerfolg im Kampf gegen die Ölpest

Im Kampf gegen das austretende Öl im Golf von Mexiko haben die Experten erstmals einen wichtigen Erfolg erzielt. Nach mehreren Fehlschlägen gelang es ihnen, ein Absaugrohr zu platzieren und Öl abzupumpen.

Ölteppich im Golf von Mexiko (Foto: AP)

Öl im Golf von Mexiko: Nur ein kleiner Teil ist sichtbar an der Oberfläche

Das Rohr sei nach mehreren Fehlschlägen erfolgreich in die defekte Steigleitung eingeführt worden, erklärte ein Sprecher des britischen Ölkonzerns BP am Sonntag (16.05.2010). Allerdings sei noch unklar, wie viel des ausströmenden Öls so aufgefangen werde. Diese Frage lasse sich erst in einigen Tagen klären.

Zugleich dämpfte der Konzernsprecher die Hoffnung auf ein schnelles Ende der Ölpest. Es werde vermutlich noch bis zu zehn Tage dauern, bis der Ölfluss tatsächlich gestoppt und das Leck in 1500 Metern Tiefe abgedichtet werden könne.

Brennende Bohrinsel 'Deepwater Horizon' (Foto: AP)

Ursache der Katastrophe: Der Untergang der Bohrinsel "Deepwater Horizon" nach einer Explosion

Mini-U-Boote im Einsatz

Die Maßnahme zur Eindämmung der Ölpest gilt als äußerst kompliziert. Ferngesteuerte Mini-U-Boote haben nach Angaben von BP ein rund 1,6 Kilometer langes Absaugrohr mit einem Durchmesser von etwa zehn Zentimetern in das defekte Steigrohr mit 53 Zentimetern Durchmesser eingeführt. Nun hoffen die Fachleute, dass das Rohr sich dort halten lässt. Bei zwei Anläufen hatte sich das Absaugrohr zuvor verschoben, was zu einem Abbruch der Aktion führte.

Beobachter sprechen nun von einem entscheidenden Fortschritt im Kampf gegen die Ölpest: Erstmals seit dem Untergang der Bohrinsel "Deepwater Horizon" Ende April endete ein Versuch, den Austritt des Öls aus dem Bohrloch am Meeresgrund zu stoppen, nicht mit einem völligen Fehlschlag.

Große Ölschwaden unter der Wasseroberfläche entdeckt

Zugleich gab es aber weitere schlechte Nachrichten: Während der Ölteppich an der Meeresoberfläche bisher verhältnismäßig klein ist, entdeckten US-Wissenschaftler unter Wasser riesige Ölschwaden. Sie seien bis zu 16 Kilometer lang, sechs Kilometer breit und hätten eine Höhe von rund 100 Meter. Laien wie Experten hatten sich immer wieder gefragt, warum der Ölteppich an der Meeresoberfläche nicht viel dicker ist.

In der Nähe der Ölschwaden liege der Sauerstoffgehalt bereits um rund 30 Prozent unter den Normalwerten. Das kann nach Einschätzung der Wissenschaftler für viele Meerestiere zu einer echten Gefahr werden. Die Forscher sehen einen Zusammenhang mit dem Einsatz von Chemikalien, die das Öl bereits unter Wasser zersetzen sollen. Die US-Umweltbehörde hatte den Unterwasser-Einsatz der Chemikalien erst kürzlich zugelassen - trotz der Bedenken von Umweltschützern.

Um das Leck in 1500 Metern Tiefe zu verschließen, sollen nun große Mengen von Schlamm und Geröll helfen. Sie sollen unter starkem Druck in das Leck "geschossen" werden und so den weiteren Ölaustritt am Meeresgrund verhindern. Allerdings wird auch das nach Worten eines BP-Managers bis zu zehn Tage dauern.

Stars helfen mit Wohltätigkeitskonzert

Ani DiFranco beim 'Gulf Aid' Benefizkonzert in New Orleans (Foto: AP)

Ani DiFranco beim "Gulf Aid" Benefizkonzert in New Orleans

Mit einem Benefizkonzert haben am Sonntagabend mehrere Stars Geld für die Fischer gesammelt, die wegen der Ölpest im Golf von Mexiko mit drastischen Einkommenseinbußen rechnen müssen. Bei strömendem Regen traten beim "Gulf Aid" in New Orleans unter anderem Lenny Kravitz, John Legend, Ani DiFranco und Mos Def auf.

Der Erlös soll an die Fischer und ihre Familien gehen, deren Existenz vom Golf abhängt. Mit einem weiteren Teil des Geldes soll Sumpfland rekultiviert werden.


Autor: Frank Wörner (dpa, apn, rtr, afp)
Redaktion: Reinhard Kleber

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