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Klimawandel

Teilerfolg für peruanischen Bauern bei Klimaklage gegen Energiekonzern RWE

Ein peruanischer Bauer klagt in Hamm gegen den Energieriesen RWE. Er will nicht allein gelassen werden mit den Folgen des Klimawandels. Nun hat der Landwirt überraschend einen Etappensieg erreicht.

Saul Luciano Lliuya (DW\M. Desautez )

Der Landwirt Saúl Luciano Lliuya auf der UN-Klimakonferenz COP23

Das Oberlandesgericht (OLG) in Hamm hat einem peruanischen Bauern in einer Klimaklage teilweise Recht gegeben. Es stufte die Klage gegen den Energieriesen RWE als "schlüssig" ein, eine Beweisaufnahme sei "wahrscheinlich". Zuvor war der Landwirt Saúl Luciano Lliuya in erster Instanz vor dem Essener Landgericht gescheitert.

Er äußerte sich bewegt, nachdem der Teilerfolg verkündet worden war: "Die Berge haben gewonnen. Die Lagunen sind die Tränen der Berge, und die Gerechtigkeit hat das gehört und hat uns Recht gegeben."

Möglicher Präzedenzfall

Lliuya macht RWE  - auf Grund der Treibhausabgase durch dessen Kraftwerke - für die Folgen des Klimawandels in seiner peruanischen Heimatstadt Huarez verantwortlich. Dort droht der örtliche See auf Grund eines Gletscherschmelzens überzulaufen und sein Haus zu fluten. Der Landwirt fordert, dass sich RWE an den Kosten für Schutzmaßnahmen an seinem Haus und innerhalb seiner Gemeinde beteiligt.

Das seien 17.000 Euro für einen Gemeindeverbund und gut 6400 Euro, die er selbst schon für Schutzmaßnahmen ausgegeben habe. Ein RWE-Sprecher sagte dazu, dass "ein einzelner nicht für das verantwortlich gemacht werden kann, was von unzähligen weltweit verursacht wird."

Der Prozess fällt zeitlich mitten in die UN-Klimakonferenz COP23. Am 30. November will das OLG Hamm verkünden, ob das Verfahren in die Beweisaufnahme geht oder nicht. Der Prozess könnte sich zu einem Präzedenzfall entwickeln, denn in der Folge könnten deutsche Unternehmen für die Folgen des Klimawandels anderswo möglicherweise haftbar gemacht werden.

lih/djo (afp,dpa)