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Politik

Teil-Entwarnung bei Schweinegrippe

Die Zahl der bestätigten Schweinegrippe-Erkrankungen ist weiter gestiegen, das Virus hat jetzt auch Asien erreicht. Dennoch haben US-Behörden teilweise Entwarnung gegeben: das Virus verhalte sich wie eine normale Grippe.

Schweine in Mexiko (Foto: AP)

Bald rehabilitiert? Die Schweinegrippe ist nicht schlimmer als eine gewöhnliche Grippe, so US-Forscher

Zwar breitet sich die Schweinegrippe immer weiter aus, doch scheint das Virus weit weniger gefährlich als der Erreger der verheerenden Spanischen Grippe von 1918. Das Virus vom Typ H1N1 verhalte sich weltweit bislang eher wie eine gewöhnliche jahreszeitlich bedingte Grippe, teilte das US-Zentrum für Seuchenkontrolle in Atlanta am Freutag (01.05.2009) mit. Es verfüge nicht über die genetischen Eigenschaften, die den früheren Erreger so gefährlich machten.

Arzt untersucht Mexiko-Reisende (Foto: AP)

Auch in Südkorea gibt es einen bestätigten Fall

Inzwischen wurden 17 Todesfälle bestätigt, 16 davon allein in Mexiko. Der einzige Todesfall außerhalb Mexikos betrifft einen 23 Monate alten mexikanischen Jungen, der mit seinen Eltern nach Texas gereist war und dort verstarb. Die Zahl der bestätigten Infektionen weltweit stieg auf 635 - fast zwei Drittel davon in Mexiko. In Europa sind mittlerweile 39 Fälle bestätigt. Hier nimmt die Krankheit ausnahmslos einen milden Verlauf.

China streicht alle Mexiko-Flüge

Erstmals ist mit einer Erkrankung in Hongkong auch Asien betroffen. Es handelt sich um einen Mexikaner, der über Shanghai nach Hongkong geflogen war. China reagiert mit strikten Sicherheitsmaßnahmen auf den Fall: Alle Passiere des Flugzeuges wurden in Quarantäne genommen, alle direkten Flüge aus Mexiko wurden gestrichen, um die Möglichkeiten von Infektionen einzudämmen. Auch in Singapur werden Ankömmlinge aus Mexiko in Quarantäne genommen. Der Stadtstaat führte zudem eine Visumpflicht für Mexikaner ein. In Südkorea wurde der zweite asiatische Fall von Schweinegrippe nach Hongkong nachgewiesen.

Neuer Fall in Deutschland

In Deutschland ist zum zweiten ein Mensch von einem anderen Patienten infiziert worden. Wie schon bei der ersten Infektion dieser Art sei das Virus im Krankenhaus im niederbayerischen Mallersdorf übertragen worden, teilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am Samstag mit. Bei dem Infizierten handele es sich um einen Zimmernachbarn des Patienten, bei dem bereits das Virus festgestellt worden war und der bereits eine Krankenschwester angesteckt hatte. Damit ist die Zahl der mit Schweinegrippe infizierten Menschen in Deutschland auf sechs Patienten gestiegen - fünf davon in Bayern, einer in Hamburg. Den Angaben zufolge zeigt der neuinfizierte Patient inzwischen keine Grippe-Symptome mehr.

Musiker mit Mundschutz (Foto: AP)

Fast jeder zweite Bewohner von Mexiko-Stadt trägt Mundschutz

In Mexiko wiesen die Gesundheitsbehörden auf die Wichtigkeit einer schnellen Behandlung hin. In den Fällen, in denen die Infektion tödlich verlief, hätten die Betroffenen mit dem Gang zum Arzt durchschnittlich sieben Tage gewartet, sagte der stellvertretende Direktor des zuständigen Krisenzentrums, Hugo Lopez-Gatell Ramirez. Diejenigen, die nach ihrer Infektion genesen seien, hätten nach durchschnittlich drei Tagen einen Arzt aufgesucht.

Mexiko macht Behörden dicht

Im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung der Grippe schloss Mexiko am Freitag für fünf Tage alle Behörden und privaten Betriebe, die keine lebenswichtigen Dienstleistungen verrichten. Die sonst so belebte Metropole Mexiko-Stadt wirkte daraufhin vielerorts wie ausgestorben. Als Vorsichtsmaßnahme wurden auch in den USA Dutzende weiterer Schulen geschlossen. Insgesamt ruht der Unterricht bereits in mehr als 400 Schulen in 18 US-Staaten. (mag/sams/ap/dpa/afp/rtr)

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