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Politik

Teherans Atomprogramm als internationale Krise

Im Streit um das iranische Atomprogramm hat Frankreich eine Dringlichkeitssitzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) gefordert. Den Beginn der Urananreicherung hat Teheran zunächst um zwei Tage verschoben.

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Die Atomanlage Isfahan

"Wir Europäer werden so rasch wie möglich eine Sondersitzung des IAEA-Gouverneursrates vorschlagen", sagte der französische Außenminister Philippe Douste-Blazy am Dienstag (2.8.2005) in Paris. Dabei solle die internationale Gemeinschaft "den Iranern sehr klar sagen, dass eine Rückkehr an den Verhandlungstisch notwendig ist". Der "sehr schwerwiegende" Fall drohe eine "größere internationale Krise" auszulösen, sagte Douste-Blazy nach einer Sitzung des französischen Ministerrates.

Sollte der Iran die auf der IAEA-Sondersitzung gefassten Beschlüsse nicht respektieren, müsse die internationale Gemeinschaft den UN-Sicherheitsrat anrufen. Auch Premierminister Dominique de Villepin sagte im Radio, wenn Teheran seine Verpflichtungen nicht erfülle, müsse sich der Sicherheitsrat damit befassen.

Teheran soll die Urananreicherung unterlassen

Die USA wollen umgehend in Beratungen mit Deutschland, Großbritannien und Frankreich eintreten, sollte der Iran die Aufarbeitung von Uran tatsächlich wieder aufnehmen. Auch der IAEA-Gouverneursrat würde in diesem Fall konsultiert, erklärte Außenamtssprecher Tom Casey am Montagabend in Washington. Er appellierte an die Regierung in Teheran, die Wiederaufnahme der Urananreicherung unbedingt zu unterlassen. Zuvor hatte der Iran diesen für Montag angekündigten Schritt um zwei Tage verschoben. Die Entscheidung sei auf Wunsch der IAEA erfolgt, erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, Ali Agha Mohammadi. IAEA-Chef Mohammed El Baradei wolle Inspektoren in den Iran entsenden, um die Wiedereröffnung der von seiner Behörde versiegelten Atomanlage in Isfahan zu überwachen.

Sorge in Israel

Israel zeigt sich alarmiert über die iranische Ankündigung. Falls der Iran nicht vor den UN-Sicherheitsrat gebracht werde, werde Teheran bald Atomwaffen bauen können, sagte der Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Auswärtige Angelegenheiten, Yuval Steinitz. Israelische Kampfflugzeuge hatten 1981 einen im Bau befindlichen Atomreaktor im Irak zerstört.

In Isfahan soll Roh-Uran zu Uran-Hexafluorid umgewandelt werden. Dieses Gas kann in Zentrifugen in angereichertes Uran umgewandelt werden, das je nach Grad der Bearbeitung auch zum Bau von Atomwaffen dienen könnte. Deutschland, Großbritannien und Frankreich versuchen im Auftrag der EU, den Iran von diesem Vorhaben abzubringen. Sie wollen in Kürze ein Angebot mit Gegenleistungen in Form von Wirtschaftshilfe für Teheran vorlegen. (kap)

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