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Aktuell Nahost

Teheran fühlt sich in seiner Atompolitik bestätigt

Auch der jüngste Bericht der IAEA hat Zweifel an dem friedlichen Charakter des iranischen Atomprogramms nicht vollständig ausräumen können. Das sieht die Regierung in Teheran freilich ganz anders.

Der Bericht habe erneut bewiesen, dass alle laufenden Nuklearprogramme friedlicher Natur seien und dass es keinen Kurswechsel des Iran hin zu militärischen Zielen gebe, sagte der iranische Botschafter bei die Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Ali Ashgar Soltanieh, nach einem Bericht des iranischen Staatsfernsehens.

Der Bericht sei zudem ein Beweis für die Fortschritte seines Landes in der Atomtechnologie, speziell bei der Urananreicherung. Er bestätige auch die vollständige Zusammenarbeit des Iran mit der IAEA.

Aktivitäten zur Produktion von Nuklearmaterial ausgeweitet

Die Behörde hatte dagegen berichtet, der Iran habe trotz der internationalen Sanktionen seine Möglichkeiten zur Anreicherung von Uran weiter ausgebaut. So habe das Land in der unterirdischen Atomanlage in Fordo hunderte neue Zentrifugen installiert. Auch sei Urn gefunden woren, das auf 27 Prozent angereichert worden sei.

Lufbild der iranischen Atomanlage in Parchin Angefordert

IAEA begehrt Einlass: Iranische Atomanlage in Parchin

Zudem hatte die IAEA Befürchtungen geäußert, dass der Iran verdächtige Spuren eines möglichen Atomwaffenprogramms in der Forschungsanlage beseitigen könne. Darauf deuteten vermehrte Aktivitäten aus jüngster Zeit in der Anlage hin. Die IAEA-Kontrolleure fordern schon seit langem Zugang zu der militärischen Anlage nahe Teheran, wo nach Einschätzung westlicher Geheimdienste Bestandteile von Atomsprengköpfen getestet werden. Der Iran verweigert der IAEA den Zugang mit Verweis auf den militärischen Charakter der Anlage.

Technische Probleme

In einem gaben Experten dem Iran aber Schützenhilfe: Dass der Iran auf 27 Prozent angereichertes Uran besitze, heiße nicht zwangsläufig, dass das Land auf waffenfähiges Material hinarbeite, hieß es aus Diplomatenkreisen bei der IAEA. Die neuen Zentrifugen in der unterirdischen Anlage Fordo hätten bei Inbetriebnahme auch zu hoch angereichertes Uran produzieren können, bevor Techniker dann den Grad der Anreicherung angepasst hätten. Auch der Atomexperte David Albright erklärte, durch eine neue Einstellung würden die Turbinen in Fordo dazu neigen, zu Beginn "über 20 Prozent hinauszuschießen".

Für die Herstellung von Atombomben muss spaltfähiges Uran-235 laut Experten auf ungefähr 90 Prozent angereichert werden.

gmf/kle (dpa, afp, dapd, rtr)

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