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Aktuell Asien

Teheran bestätigt iranische Luftangriffe auf IS-Stellungen im Irak

Nun doch: Erst dementiert und nun eingeräumt: Der Iran fliegt Luftangriffe auf IS-Stellungen im Nachbarland. Als Hilfe für bedrängte Freunde.

Iranische Kampfflugzeuge hätten die Angriffe zur "Verteidigung der Interessen unserer Freunde im Irak" geflogen, sagte der stellvertretende Außenminister Ebarhim Rahimpur der britischen Zeitung "The Guardian". Dabei handle es sich um die neue Regierung in Bagdad und die Kurden in den autonomen Gebieten im Norden des Irak.

Die Angriffe seien nicht mit der von den USA geführten Koalition gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sondern nur mit der irakischen Regierung abgestimmt worden, so Rahimpur weiter. Sein Land werde es nicht zulassen, dass es im Irak zu ähnlichen Zuständen komme, wie in Syrien. "Und wir helfen dort sicherlich mehr als in Syrien, weil sie uns näher sind."

Noch am Mittwoch hatte Iraks Ministerpräsident Haider al-Arabi erklärt, er habe keinerlei Kenntnisse von etwaigen iranischen Luftangriffen.

Zunächst geleugnet

Rahimpurs Erklärungen sind die erste offizielle Bestätigung der iranischen Luftangriffe in der irakischen Provinz Dijala Ende November. Erstmals darüber berichtet hatte der arabische Nachrichtensender Al Dschasira. Teheran hatte die Berichte zunächst dementiert.

Die sunnitischen IS-Extremisten haben weite Teile Syriens und des Iraks erobert und dabei Tausende Zivilisten vertrieben, ermordet oder versklavt. Eine internationale Allianz unter Beteiligung der USA sowie europäischer und arabischer Staaten will mit Luftangriffen die Kämpfer zurückzudrängen. Der schiitisch geprägte Iran ist ein wichtiger Verbündeter des Irak.

IS erobert Flughafen in Syrien

Unterdessen hat der IS nach Angaben von Aktivisten einen Großangriff auf den strategisch wichtigen Flughafen Dai ras-Sur im Osten Syriens begonnen. Mehrere Bereiche des Stützpunktes seien den Extremisten bei heftigen Kämpfen mit Regierungstruppen in die Hände gefallen, teilte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Der Fliegerhorst ist die letzte Bastion der syrischen Streitkräfte in der Provinz, die ansonsten fast völlig unter Kontrolle des IS steht. Das Regime nutzt den Stützpunkt, um Gebiete unter IS-Kontrolle aus der Luft anzugreifen und die eigenen Truppen zu versorgen. Der Verlust des Flughafens wäre ein schwerer Schlag für das Regime. Ende August hatte der IS bereits den Militärflughafen al-Tabka nahe der IS-Hochburg Al-Rakka erobert.

gmf/as (afp, dpa, rtr)