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Wirtschaft

Technologien für moderne Produktion

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Sonntagabend die Hannover Messe eröffnet. Auf der größten Industrieschau der Welt gibt es neueste Technologien zu sehen: Leichte Roboter, virtuelle Maschinen und künstliche Möwen.

Roboter auf einem Messestand (Foto: Deutsche Messe AG)

Helfer für effizientere Produktion: Roboter bei der Arbeit

Smart Bird von der Firma Festo AG auf der Hannover Messe. (Foto: Insa Wrede / DW)

Bionik - oder was man von der Natur lernen kann

Eine große silberne Möwe kreist in Halle 15 der Hannover Messe. Sie wirkt nur ein kleines bisschen holprig, wenn sie mit den Flügeln schlägt, ihren Kopf und Schwanz bewegt. In den Adern dieser Möwe fließt allerdings kein Blut, sondern Strom. Und sie ist auch nicht aus einem Ei geschlüpft, sondern von Ingenieuren der Festo AG in Zusammenarbeit mit namhaften Hochschulen und Entwicklungsfirmen erfunden worden.

Schon in den vergangenen Jahren hat das weltweit tätige Familienunternehmen Festo aus Baden-Württemberg Roboter in Hannover gezeigt, die nach Vorbildern aus der Natur geschaffen wurden. "Diesmal haben wir uns die Silbermöwe vorgenommen", erzählt Heinrich Frontzek von der Festo AG. Bislang habe noch niemand den Vogelflug so entschlüsselt. Dabei ermöglichen solche der Natur nachempfundenen fliegenden Roboter mehr Energieeffizienz. Das Ganze ist alles andere als eine Spielerei: Denn die Erkenntnisse, die bei der Konstruktion der Robotermöwe gewonnen wurden, können auch die industrielle Produktion effizienter machen.

Lösung für Ladestationen

Nicht weit vom Festo-Stand wird der Blick aus den Lüften auf den Boden gelenkt. Die Neuheit hier: eine schwarze Platte, circa einen Meter mal einen Meter groß. Daneben ein schicker weißer Elektrosportwagen der kalifornischen Autoschmiede Tesla. Auch in seinem Boden versteckt sich so eine Platte. Fährt nun der Tesla über die schwarze Platte der Firma SEW Eurodrive, so lädt sich die Batterie des Autos automatisch auf. Ungefährlich, unkompliziert und schwer von Vandalen zu zerstören – so beschreibt Marketing-Mann Thorsten Götzmann die Entwicklung. Ob und wann sie jedoch zur tatsächlichen Anwendung kommt, darüber macht er keine Angaben. Aber man sei mit verschiedenen Autobauern im Gespräch.

Roboter als helfende Hand

Roboter der Firma Kuka auf der Hannover Messe (Foto: Insa Wrede / DW)

Leicht und doch kräftig: Kuka-Roboter bei der Arbeit

Die Autoindustrie spielt auch für den Roboterbauer Kuka schon immer eine große Rolle. Ihre kräftige Erholung hat auch Kuka aus der Krise geholfen. Nun sollen nach zwei verlustreichen Jahren wieder Gewinne verbucht werden. Dafür präsentiert das Unternehmen erstmals auf der Hannover Messe sein komplettes Leistungsspektrum. Martin Sträb, zuständig für Marketing und Vertrieb, zeigt einen Leichtbauroboter. "Das Bezeichnende an dem Roboter ist, dass er sein sehr geringes Eigengewicht hat, dadurch ist er leichter zu tragen." Damit kann er also überall da aufgestellt werden, wo er gerade gebraucht wird. "Außerdem hat er sieben bewegliche Achsen, die weich und nachgiebig sind, weil sie Intelligenz beinhalten", ergänzt Sträb. "So kann er mit ihnen zusammen Aufgaben lösen. Das können Dinge im Haushalt, Dinge im Labor sein, aber auch Montageaufgaben."

Maschinen im virtuellen Raum

Visualisierung im Techology Cinema 3D (Foto: Deutsche Messe AG)

3D-Kino? Gibt's jetzt auch auf der Hannover Messe

Sogar mit dem Handy lässt sich dieser Roboter lenken. Und weil er leicht und klein ist, kann er gut nach Hannover mitgebracht werden. Was aber, wenn Unternehmen gerne Maschinen auf der Messe zeigen möchten, die so groß sind, dass sie sich nur schwer transportieren lassen? Oder wenn der Besucher gerade die Maschinen sehen möchte, die nun mal nicht mit auf die Messe genommen wurden? Eine Lösung - nämlich eine 3-D-Animation eines Messestandes - zeigt Ralf Heimberg, Vorstandschef der Firma ICIDO.

Was manche Messe-Besucher womöglich bereits aus dem Kinofilm Avatar kennen, kann nun auch von Unternehmen genutzt werden. Man muss lediglich eine 3-D-Brille aufsetzen und schon erscheint auf einer menschengroßen Leinwand die Maschine in drei Dimensionen. Das Ganze habe aber noch weitere Vorteile, erklärt Heimberg. Wenn ein Maschinenhersteller seinem Kunden die Maschinen erklären müsse, habe er oft das Problem, dass die Anlagen zugebaut und verkleidet seien. "Wir sind aber mit dieser Technik in der Lage in die Maschine reinzufliegen und das Herz der Anlage zu zeigen. Und können entsprechend auch Vorteile darstellen, wie Montierbarkeit oder Wartbarkeit."

So praktisch diese Lösung auch sein mag: Die Festo AG gehört glücklicherweise noch nicht zu den Kunden. Wäre auch schade, wenn die silberne Robotermöwe nur auf der Leinwand und nicht über den echten Messeständen gekreist wäre.

Autor: Insa Wrede, z.Zt. Hannover
Redaktion: Henrik Böhme

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