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Wirtschaft

Technologie- und Bankwerte verlieren

Der Deutsche Aktienmarkt ist pessimistisch in die neue Börsenwoche gestartet. DAX fiel um 1,9 Prozent auf 5113 Zähler. Noch stärker sind die Verluste am Neuen Markt: Der Nemax verlor bislang 3,4 Prozent auf 1210 Punkte.

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Die Märkte seien im Moment sehr verunsichert, hieß es an der Börse. Händler verwiesen unter anderem auf die Rede des US-Notenbankchefs Alan Greenspan vom vergangenen Freitag. Greenspan hatte gewarnt, dass es nach wie vor Risiken gebe, die kurzfristig den Aufschwung der US-Wirtschaft dämpfen könnten.

Die US-Börsen hatten darauf mit Kursabschlägen reagiert, der Dow Jones war sogar unter die 10.000 Punkte-Marke gerutscht. Die Kurse in Frankfurt holten diese Reaktion jetzt nach, hieß es an der Börse.

Titel aus der Technologie- und Telekommunikationsbranche verzeichneten bis zum Vormittag besonders starke Verluste. Epcos, ein Hersteller elektronischer Bauteile, die vor allem in der Telekommunikation eingesetzt werden, kündigte an, dass es seinen Aktionären für das vergangene Geschäftsjahr keine Dividende zahlen wird.

Epcos zieht damit die Konsequenz aus dem Gewinneinbruch des vergangenen Geschäftsjahres. 'Wir haben immer gesagt, dass wir Dividenden nur in Ausnahmejahren zahlen', sagte der Sprecher. Ansonsten setze Epcos das Geld ein, um sein weiteres Wachstum zu finanzieren. Im Vorjahr hatte das Unternehmen Rekorde erreicht und noch eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie gezahlt.

Besonders stark schien sich diese Ankündigung auf Siemens auszuwirken, das mit einem Anteil von 12,5 Prozent einer der größten Einzelaktionäre von Epcos ist. Siemens-Titel verloren über drei Prozent.

Im Gegensatz zu Epcos gab die Deutsche Telekom bekannt, dass sie ihre Dividende wie geplant zahlen wird. Der Aktie hat das allerdings nicht geholfen, sie gab um fast drei Prozent nach.

Im Wochenverlauf erwarten Börsianer noch etwas Bewegung bei den Technologieaktien, denn in den USA werden einige Platzhirsche der Branche ihre Zahlen vorlagen: Quartalsergebnisse gibt es von den Chipherstellern Intel und AMD, außerdem von Microsoft, IBM, Apple und Compaq. Alles in allem rechnen Analysten eher mit positiven Ergebnissen, nachdem das Weihnachtsgeschäft für die Computerbranche besser verlaufen ist als erwartet.

Für Finanz- und Versicherungspapiere begann die Woche schlecht, die meisten Werte liegen im Minus. Die Aktie des weltgrößten Rückversicherungskonzerns Münchener Rück verlor besonders deutlich. Die Analysten der Deutschen Bank und der Investmentbank Schroder Salomon Smith Barney hatten zuvor ihre Empfehlung für das Papier zurückgestuft.

Zu den wenigen Lichtblicken im DAX zählten konservative Werte wie die Titel des Versorgers RWE, die über ein Prozent zulegten. Einige Händler meinten, darin eine Folge der Nominierung von Edmund Stoiber zum Kanzlerkandidaten der Union erkennen zu können. Stoiber ist ein erklärter Gegner des Ausstiegs aus der Atomenergie, und Versorgertitel hätten in der Vergangenheit besonders unter dem Atomgesetz der Rot-Grünen Koalition gelitten, sagte ein Händler.

Der Euro notiert weiterhin unter leicht über der 89 Cent Markt, gegen Mittag bei 0,8930 US-Dollar.