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Wirtschaft

Technologie-Aktionäre mit feuchten Händen

Ganz so überzeugt von den Perspektiven der Technologiefirmen wie es in den vergangenen Tagen erschien, sind die Anleger wohl doch nicht. Sie verkauften am Donnerstag massiv Technikaktien, um ihre Gewinne mitzunehmen.

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Die Siemens-Aktie und ihre Abkömmlinge waren die Tagesverlierer

Die Verkäufe der Technologieaktien drückten den Aktienindex Dax um 71 Punkte oder 1,3 Prozent auf 5218 Zähler. Ebenfalls wenig Begeisterung löste die Industrieproduktion in Deutschland aus, die im November unerwartet stark um 1,8 Prozent gefallen war. Im Schnitt hatten die Analysten nur einen Rückgang von 0,2 Prozent prognostiziert.

Noch ausgeprägter als im Dax waren die Verluste im Neuen Markt, der in den vergangenen Wochen deutlich zugelegt hatte. Die im Nemax 50 zusammengefassten wichtigsten Aktien des Neuen Marktes verloren 34 Zähler oder 2,7 Prozent auf 1252 Punkte.

Verluste bei Siemens-Familie und SAP

Nach ihrer Kursexplosion von knapp 13 Prozent am Mittwoch gab die Aktie der Softwarefirma SAP 2,6 Prozent ab. Aber auch die anderen Technologie-Titel wollte am Donnerstag kaum ein Anleger kaufen. Der Bauelement-Hersteller Epcos verlor 6,4, der Elektronikriese Siemens 3,1 und die Deutsche Telekom 3,0 Prozent. Die Unternehmensleitung der Telekom hatte Medienberichte nicht dementiert, dass sie auf Grund der hohen Schulden in den nächsten Jahren keine Dividende mehr zahlen könnte.

Auch Infineon gab bei hohen Umsätzen 2 Prozent nach. Und das, obwohl die Deutsche Bank die Aktie in ihre "European Focus List" aufgenommen und damit empfohlen hatte. Doch dem von der Deutschen Bank prognostizierten Kursziel von 30 Euro trauen die Anleger offenbar nicht wirklich.

EU-Pläne drücken Auto-Aktien

Nicht gut erging es an diesem Tag auch den deutschen Autowerten. Sie litten unter der Ankündigung der EU-Kommission, nach der Wettbewerbskommissar Mario Monti den Autovertrieb liberalisieren möchte. Er will die Bindung der Händler an die Hersteller aufheben und ihnen Verkäufe auch außerhalb der abgesteckten Stammgebiete erlauben. Dann könnten die Autofirmen ihre Händler nicht mehr so gut kontrollieren wie bisher. Setzt sich Monti durch, wären beispielsweise mehr Importe aus anderen EU-Ländern möglich, durch die die Autos billiger verkauft würden. Das könnte die Gewinnmargen der Hersteller senken. Daimler Chrysler und Volkswagen verloren daraufhin 3 Prozent, BMW 1 Prozent.

Nur wenige Werte lagen deutlich im Plus. Deutschlands Handelskonzern Nummer eins, die Düsseldorfer Metro, verteuerte sich um 2,5 Prozent. Am Vortag hatte die Metro noch enttäuschende Zahlen vorgelegt und musste den Abgang ihres Finanzvorstandes zu Thyssen Krupp bekannt geben. Davon konnte sie sich am Donnerstag wieder etwas erholen.

Rentenmärkte im Plus

Die Wertpapiere konnten dagegen vom Minus der Aktien profitieren. Der Bund-Future gewann 46 Ticks oder 0,4 Prozent auf 108,20 Punkte.

Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen bei 4,69 Prozent fest. Am Vortag hatte sie 4,68 Prozent betragen.

Devisenkurse: Euro schwächer

Der Euro ist gegenüber den drei wichtigsten Weltwährungen leicht gefallen. Nach den Referenzkursen der Europäischen Zentralbank entsprach ein Euro: 0,8909 US-Dollar, 0,6172 Britische Pfund und 117,96 Japanische Yen

Die Dax-Kurse im Einzelnen, wie immer in Euro und ohne Gewähr:

Adidas-Salomon 84,80 +0,80
Allianz 262,99 +0,01
BASF 43,14 +0,09
Bayer 38,23 -0,12
Bay. HypoVereinsbank 36,10 +0,30
BMW 40,40 -0,30
Commerzbank 18,06 -0,24
DaimlerChrysler 47,29 -1,51
Degussa 30,96 +0,79
Deutsche Bank 78,65 -0,35
Deutsche Post 16,35 +0,25
Deutsche Telekom 18,69 -0,49
E.ON 57,74 +0,49
Epcos 50,25 -3,45
Fresenius Medical Care 67,60 -0,77
Henkel 65,00 +0,63
Infineon Technologies 25,00 -0,50
Linde 47,20 -0,15
Lufthansa 16,98 0,00
MAN 25,65 -0,27
Metro 41,55 +1,15
MLP 78,68 -1,16
Münchener Rück 297,20 -3,90
Preussag 32,87 +0,46
RWE 42,25 -0,24
SAP 163,00 -4,30
Schering 57,78 +0,79
Siemens 76,28 -2,24
ThyssenKrupp 17,34 -0,07
VW 50,83 -1,97

  • Datum 10.01.2002
  • Autorin/Autor Johannes Beck
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1goj
  • Datum 10.01.2002
  • Autorin/Autor Johannes Beck
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