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Aktuell Europa

Tauwetter zwischen Volksgruppen auf Zypern

Nach Monaten des Stillstands kommt wieder Bewegung in den Zypern-Konflikt. Die Präsidenten der Volksgruppen auf der geteilten Mittelmeerinsel verständigten sich auf neue Gespräche.

Die Verhandlungen über eine Wiedervereinigung Zyperns sollen am Freitag (15. Mai) neu starten. Der neue nordzyprische Präsident Mustafa Akinci und der Staatschef der Republik Zypern, Nicos Anastasiades, verständigten sich auf eine Wiederaufnahme der seit Oktober unterbrochenen Gespräche, wie der UN-Sondergesandte Espen Barth Eide nach einem Treffen mit den beiden Politikern in Nikosia mitteilte. Akinci und Anastasiades schüttelten sich nach der Einigung auf den neuen Termin die Hand (Artikelbild, Akinci links, Eide Mitte).

Durch die Wahl von Akinci zum Präsidenten der international isolierten Türkischen Republik Nordzypern im April ist Bewegung in den eingefrorenen Konflikt gekommen. Der gemäßigt linke Politiker ist seit Jahren ein Befürworter einer Wiedervereinigung der geteilten Mittelmeerinsel. Sofort nach seinem Wahlsieg hatte Akinci angekündigt, er wolle intensiv für die Überwindung der Teilung arbeiten. Eide nannte die jetzt vereinbarten Gespräche eine "einmalige Chance", die genutzt werden müsse.

Zypern ist seit einem von der damaligen Militärjunta in Athen unterstützten Putsch der Inselgriechen und einer anschließenden türkischen Militärintervention im Jahr 1974 geteilt. Die Türkische Republik Nordzypern wurde 1983 ausgerufen. Die Republik Zypern im Süden wurde 2004 in die EU aufgenommen. Im selben Jahr lehnten die griechischen Zyprer einen UN-Plan zur Wiedervereinigung mehrheitlich ab, während die meisten türkischen Zyprer dafür stimmten. Völkerrechtlich repräsentiert die Regierung des griechischsprachigen Südens die gesamte Insel. De jure ist damit auch der Norden Teil der EU.

Grenze zwischen Zypern und Nordzypern (Foto: dpa)

Grenze zwischen Zypern und Nordzypern

Etwa tausend Soldaten einer UN-Friedenstruppe überwachen die Waffenstillstandslinie, die durch Europas letzte geteilte Hauptstadt Nikosia verläuft. Im Norden der Insel sind zehntausende türkische Soldaten stationiert. Die Regierung der Türkei, dem einzigen Staat, der die nordzyprische Republik anerkannt hat, betrachtet die Bemühungen Akincis um eine Wiedervereinigung mit Argwohn.

wl/SC (dpa, afp, rtre, ape)