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Umstrittenes Kulturerbe

Tausende protestieren in Spanien gegen Stierkämpfe

Der Stierkampf hat in Spanien eine lange Tradition, doch die Gesellschaft ist gespalten. Die einen feiern das Spektakel - andere gehen auf die Straße und fordern ein Ende des blutigen Kulturerbes.

"Es ist an der Zeit, dass sich alle Gesellschaftskräfte vereinigen, um Basta zu sagen", sagte die Sprecherin der Organisation "Stierkampf ist Gewalt", Laura Gonzalo. Mit ihr gingen Tausende Menschen in Spanien auf die Straße, um für ein landesweites Verbot von Stierkämpfen zu demonstrieren. Bei der Kundgebung auf dem Platz Puerta del Sol im Zentrum von Madrid wurde auch eine Verschärfung der Tierschutzgesetze gefordert.

Zu dem Protest hatten anlässlich des Madrider Volksfestes "Feria de San Isidro" (11. Mai bis 11. Juni), bei dem Stierkämpfe im Mittelpunkt stehen, mehr als 120 Organisationen aufgerufen.

Spanien Proteste gegen Stierkampf in Madrid (Getty Images/AFP/G. Julien)

"Stierkampf ist Gewalt" steht auf den Bannern der Demonstranten

Gonzalo kritisierte unter anderem, dass die konservative Regierung die Mehrwertsteuer für Stierkämpfe im März auf zehn Prozent gesenkt hat, während etwa für Filmvorführungen weiter der Höchstsatz von 21 Prozent gilt.

Spanien Proteste gegen Stierkampf in Madrid (Getty Images/AFP/G. Julien)

"Quälerei ist keine Kunst oder Kultur" heißt es auf einem dieser Schilder

Der traditionsreiche Stierkampf wurden in Spanien 2013 zum "nationalen Kulturerbe" erklärt. Somit können die "Corridas" unter anderem durch öffentliche Gelder gefördert werden. Die Diskussion über das Thema entzweit das Land. Für viele Spanier ist Stierkampf eine Kunst und Symbol des Landes. Für Gegner des Brauchtums ist das umstrittene Spektakel schlichtweg brutale Tierquälerei, bei der die Stiere oft zu Tode gefoltert werden.

rk/ kle (dpa, ap)

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