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USA

Tausende protestieren gegen Trump

Nach Trumps Sieg bei der US-Präsidentschaftswahl sind Tausende Bürger von der West- bis zur Ostküste auf die Straßen gegangen. Sie machten in Sprechchören und auf Plakaten ihrem Ärger über den Republikaner Luft.

Unter anderem in New York protestierten Tausende Menschen mit Parolen wie "Nicht mein Präsident!" oder "New York hasst dich" gegen den zukünftigen US-Präsidenten. Aus mindestens zehn Städten wurden Proteste gemeldet. In Los Angeles blockierten Demonstranten in den frühen Morgenstunden eine Autobahn in der Nähe der Innenstadt und brachten damit den Verkehr zum Erliegen. 

Die meisten Proteste verliefen friedlich, allerdings tauchten immer wieder Trump-Befürworter in der Menge auf und lieferten sich Schrei-Duelle mit Trump-Gegnern. In Seattle war es am Rande von Demonstrationen zu einer Schießerei mit mehreren Verletzten gekommen. Einen Zusammenhang zu den Protesten hat die Polizei inzwischen ausgeschlossen. Mancherorts wurde die amerikanische Flagge verbrannt.

Angst vor Abschiebung

Im nordkalifornischen Berkeley zogen mehr als 2000 Schüler durch die Universitätsstadt. Sie hielten Schilder hoch mit Aufschriften wie "Keine Unterstützung für Rassismus" oder "Einwanderer machen Amerika stark". Schulvertretern zufolge haben manche der Schüler Eltern, die illegal in die USA eingewandert sind. Sie fürchten daher nun eine Ausweisung unter dem designierten Präsidenten Trump. 

In Manhattan mischte sich der Dokumentarfilmer Michael Moore unter die Demonstranten. Viele Demonstranten hatten sich auch vor dem Trump-Tower in New York versammelt. Vor dem Gebäude standen sandgefüllte Sattelschlepper zum Schutz. Die Polizei war mit massiver Präsenz vor Ort.
 

Erste Schritte zum Machtwechsel 

Unterdessen leitete der noch amtierende Präsident Obama erste Schritte seiner Amtsübergabe an seinen Nachfolger Trump ein. Nach dem Wahlsieg des Republikaners hatte er ihm einen reibungslosen Übergang versprochen.

Als er vor acht Jahren als Demokrat das Amt vom Republikaner George W. Bush übernommen habe, habe dessen Stab alles für einen erfolgreichen Wechsel getan, sagte Obama in Washington. Dies werde er im Gegenzug nun auch bei der Übergabe der Amtsgeschäfte an Trump tun.

"Ein friedlicher Übergang der Macht ist eines der wesentlichen Kennzeichen der Demokratie", betonte der scheidende Präsident. Er lud Trump für diesen Donnerstag ins Weiße Haus ein. Der 70-jährige Republikaner übernimmt das Amt des Präsidenten am 20. Januar.

Nach der harten Wahlschlacht hatte Trump in seiner Siegesrede versöhnliche Worte gefunden. "Ich werde Präsident aller Amerikaner sein", sagte der Republikaner vor jubelnden Anhängern

in New York. "Jetzt ist es an der Zeit für Amerika, die Wunden der Spaltung zu verbinden, zusammenzukommen als geeintes Volk."

Obama griff diesen Aspekt auf und rief die US-Bürger ebenfalls zur Einheit auf: "Wir alle sind nicht zuerst Demokraten oder zuerst Republikaner. Als allererstes sind wir alle Amerikaner."

Die unterlegene Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, die als Favoritin in die Wahl gegangen war, bot Trump Zusammenarbeit an und wünschte ihm, dass er ein "erfolgreicher" Präsident sein werde. "Wir schulden ihm Unvoreingenommenheit und die Chance, zu führen", betonte die Ex-Außenministerin.

Zu ihrer Niederlage sagte Clinton, der Ausgang der Wahl sei nicht der, "den wir erhofft haben. Es ist schmerzhaft, und es wird für eine lange Zeit schmerzen."

 

bri/wl/sti (dpa, afp, rtr)