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Aktuell Deutschland

Tausende Magdeburger protestieren gegen rechts

"Den Nazis keinen Raum geben" - unter diesem Motto demonstrierte Magdeburg gegen Rechtsextremismus. Mehrere tausend Menschen nahmen an der "Meile der Demokratie" teil.

Es ist bereits die siebte sogenannte "Meile der Demokratie" in Magdeburg. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich insgesamt 15.000 Menschen an der Demonstration gegen Rechtsextremismus, die Polizei sprach von 5000 Demonstranten. Zudem fand laut Polizei eine linke Demonstration für mehr Toleranz mit etwa 600 Teilnehmern statt. An der "Meile der Demokratie" beteiligten sich rund 150 Akteure mit künstlerischen Darbietungen und Friedensaktionen.

Erste "Magida"-Demonstration am Montag

Das Programm der Meile stand unter dem Motto "Den Nazis keinen Raum geben". Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) eröffnete die Veranstaltung in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt. Zu Beginn wurde eine Menschenkette entlang eines 1600 Meter langen Schals gebildet, den Schüler seit 2014 gestrickt haben. "Wir sind ein weltoffenes Land. Und Magdeburg eine weltoffene Stadt", sagte Trümper vor hunderten Menschen. Mit Blick auf die erste "Pegida"-Demonstration in Magdeburg rief er Gegner und Teilnehmer zum Dialog auf: "Wir werden zuhören, was sie zu sagen haben, und unsere Position dagegenstellen". Zur Demokratie gehöre das Reden und Diskutieren.

Ähnliche Aktionen wie in Magdeburg gab es in Frankfurt an der Oder sowie in Mannheim. Dort warben zahlreiche Demonstranten auf Transparenten für eine Willkommens-Kultur für Flüchtlinge und Asylbewerber.

Zusammen gegen Neonazis

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) rief dazu auf, sich jeden Tag dafür einzusetzen, "dass Demokratie funktioniert und sich weiterentwickeln kann". Landtagspräsident Detlef Gürth (CDU) erklärte, die Meile bringe zum Ausdruck, dass alle freien Bürger und Demokraten in Sachsen-Anhalt gegen Neonazis zusammenhielten. Dieses Signal solle in den Alltag, in Familien und Betriebe mitgenommen werden, damit Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung keinen Platz haben. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, sagte, dass mit der Meile ein wichtiges Zeichen "gegen den braunen Sumpf" gesetzt werde. Dennoch müssten die Menschen weiter wachsam sein. Es gelte, den Anfängen zu wehren gegen jede Form des Nationalsozialismus.

Anlass der Veranstaltung war der 70. Jahrestag des Bombenangriffs auf Magdeburg im Zweiten Weltkrieg am 16. Januar. Das historische Ereignis nutzen rechte Gruppierungen seit Jahren für einen "Gedenkmarsch". Er fand diesmal am Freitagabend mit rund 300 Teilnehmern statt.

Für Montagabend ist eine erste Demonstration der islamfeindlichen "Pegida" in Magdeburg angemeldet. Der Ableger nennt sich selbst "Magida". Laut Polizei sind mehrere Gegendemonstrationen geplant.

cr/qu (epd, mdr)