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Aktuell Amerika

Tausende Kolumbianer demonstrieren für Frieden

Marsch für das Leben: Unter diesem Motto sind in Kolumbien Tausende Menschen auf die Straßen gegangen. Sie fordern ein Ende des jahrzehntelangen Bürgerkrieges und Frieden.

Demonstration in Bogotá (Foto: Reuters)

Präsident Santos (links) und Ex-Bürgermeister Mockus (2. von links) beim "Marsch für das Leben" in Bogotá

Der "Marsch für das Leben" wurde vom früheren Bürgermeister der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá, Antanas Mockus, organisiert. Er sagte bei der Kundgebung in Bogotá: "Das Leben kennt keine Politik." Staatspräsident Juan Manuel Santos, der die Aktion unterstützt, erklärte: "Das ist keine politische Demonstration, sie richtet sich gegen niemanden." Die Regierung des südamerikanischen Landes und die FARC, die linksgerichtete größte Rebellengruppe, führen sei mehr als zwei Jahren Friedensverhandlungen. Die konservative Oppositionspartei Centro Democrático von Ex-Präsident Álvaro Uribe hatte die Teilnahme an dem Marsch hingegen verweigert.

Auch in rund 50 weiteren kolumbianischen Städten demonstrierten zahlreiche Menschen für ein Ende der Gewalt. Die zahlreichen Teilnehmer zeigten, dass sich die Kolumbianer nach Frieden sehnten, sagte Innenminister Juan Fernando Cristo in der Stadt Cúcuta. Der "Marsch für das Leben" fand auch bei Exil-Kolumbianern in Paris, Peking, Berlin und anderen Städten weltweit Unterstützung.

Der Marsch für das Leben führte in Berlin zum Brandenburger Tor (Foto: )

Auch in Berlin fand ein Marsch für das Leben statt

Die FARC-Rebellen kämpfen seit 1964 gegen Großgrundbesitzer und die Regierung. Die Guerilla hat noch etwa 8000 Kämpferinnen und Kämpfer unter Waffen. Amtlichen Angaben zufolge wurden in dem längsten bewaffneten Konflikt Lateinamerikas etwa 220.000 Menschen getötet; mehr als fünf Millionen Menschen ergriffen vor den Kämpfen die Flucht.

Einigung über Minenräumung

Erst am Samstag waren Regierung und FARC-Rebellen bei ihren Friedensverhandlungen einen bedeutenden Schritt vorangekommen: Beide Seiten einigten sich in Havanna auf umfassende Minenräumungen in den von den jahrzehntelangen Kämpfen betroffenen ländlichen Regionen. Das Projekt soll von der Hilfsorganisation Norwegian People's Aid koordiniert werden, wie beide Seiten in der kubanischen Hauptstadt mitteilten.

Die Übereinkunft wurde unter kubanischer und norwegischer Vermittlung erzielt. Der Chefunterhändler Bogotás, Ex-Vizepräsident Humberto de la Calle, bezeichnete die Vereinbarung als "ersten Schritt" auf dem Weg zu einer Beendigung des Konflikts und als einen "Riesenschritt in Richtung Frieden". Kolumbiens Präsident Santos sprach von einer "äußerst wichtigen" Vereinbarung und einem "dringend nötigen Signal", "dass wir auf dem Weg sind, einen Konflikt, der uns mehr als 50 Jahre lang ausgeblutet hat, zu beenden." Auch der FARC-Chefunterhändler Iván Márquez begrüßte die "humanitäre Verständigung". Der kubanische Diplomat Rodolfo Benítez sagte, die vereinbarten Minenräumungen seien eine "vertrauensbildende Maßnahme".

Die seit November 2012 mit Unterbrechungen laufenden Gespräche in Havanna sollen den 50-jährigen Konflikt zwischen der Regierung und der linksgerichteten "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) beenden. Bisher einigten sich die Verhandlungsparteien erst auf einige Kapitel. Schlüsselfragen wie die Entwaffnung der Rebellenmiliz sowie die Ratifizierung des künftigen Abkommens sind aber noch offen. Die Rebellen hatten im Dezember eine einseitige Waffenruhe verkündet. Präsident Santos will einem beiderseitigen Waffenstillstand erst zustimmen, wenn ein Friedensabkommen vorliegt.

kle/cw (dpa, ape, efe, afpd)