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Aktuell Europa

Tausende demonstrieren in Moskau für Pressefreiheit

Zensiert der Kreml Medien, wenn es um die Krise in der Ukraine geht? Einige Russen sind fest davon überzeugt. Aus Protest gingen sie in Moskau auf die Straßen. Der Kreml ließ sie gewähren, aber nicht ohne vorzusorgen.

Begleitet von einem großen Polizeiaufgebot haben etwa 5000 Menschen in der russischen Hauptstadt für mehr Presse- und Meinungsfreiheit demonstriert. Die Protestteilnehmer warfen der Regierung in Moskau vor, gegen unabhängige Medien vorzugehen, um eine Debatte über die Krise in der benachbarten Ukraine zu ersticken. Der Kreml wies die Vorwürfe zurück. Die russische Führung zensiere nicht und übe auch keinen Druck auf Medien aus.

Demonstration für mehr Pressefreiheit in Moskau (Foto: DW/Khan)

Botschaft an die russische Führung: "Marsch der Wahrheit"

Lügen die Medien?

Die Demonstranten sind davon überzeugt, dass die russische Führung Einfluss auf die Informationen nimmt, die an die Öffentlichkeit dringen. Während ihres "Marsches der Wahrheit" im Zentrum Moskaus hielten sie Spruchbänder in die Luft mit Parolen wie "Gebt uns unsere Meinungsfreiheit zurück" und "Schande über die lügenden Medien".

Mit dem Spruch "Wir lieben TV Doschd" wurde auf den von der Schließung bedrohten größten oppositionellen Fernsehsender Russlands hingewiesen.

"Im Fernsehen sieht man nichts als Lügen", sagte einer der Demonstranten. Auch die Berichterstattung in der Ukraine-Krise werde zurechtgebogen. "Man ist es gewohnt, Radio und Fernsehen zu glauben", sagte eine andere Protestteilnehmerin. Aber man werde von den Medien getäuscht. "Das beunruhigt mich sehr."

Viel Kritik, aber mehr Zuspruch

Menschenrechtsorganisationen werfen Russland regelmäßig Einschnitte in die Presse- und Meinungsfreiheit vor. Die Behörden haben den Zugang zu kritischen Internetseiten gesperrt. Mehrere Sender sehen sich von der Schließung bedroht. Die russische Führung greift durch und duldet kaum kritische Stimmen. An ihrer Popularität ändert das kaum etwas. Präsident Wladimir Putins Beliebtheitswerte sind zuletzt sogar erheblich gestiegen.

nis/gri (afp, dpa)

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