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Aktuell Deutschland

Tausende demonstrieren gegen Fluglärm an deutschen Airports

Mit Lärm gegen Lärm. Mit ohrenbetäubenden Tönen haben tausende Menschen auf den sechs größten deutschen Flughäfen gegen zu viel Fluglärm protestiert. Die größten Kundgebungen gab es in Frankfurt am Main und Berlin.

Fluglärmgegner demonstrieren in der Abflughalle des Flughafens von Frankfurt am Main (Foto: dpa)

Fluglärmgegner demonstrieren in der Abflughalle des Flughafens von Frankfurt am Main

Mit Blick auf die umstrittene neue Landebahn riefen Protestierende etwa in Frankfurt am Main: "Die Bahn muss weg." Auf Plakaten konnte man Sätze lesen wie "Stoppt den Wahnsinn" und "Ruhe geben wir erst, wenn wir wieder welche haben." Nach der Kundgebung im Terminal 1 zogen tausende Demonstranten am Samstag zur Lufthansa-Basis. "Die Lufthansa durchlöchert jede Nacht das Flugverbot", sagte ein Redner bei der Demonstration.

Am künftigen Großflughafen Berlin-Schönefeld protestierten nach Angaben der Veranstalter rund zehntausend Fluglärm-Gegner. Sie forderten ein strenges Nachtflugverbot auf dem Airport, der am 3. Juni eröffnet werden soll. Im Münchner Flughafen packten einige hundert Demonstranten in einem Terminal ihre Brotzeit und Tischdecken mit Sprüchen wie "Fluglärm macht krank" aus. Sie wandten sich unter anderem gegen den Bau der dritten Start- und Landebahn. Die Münchner stimmen voraussichtlich am 17. Juni in einem Bürgerbegehren über diese Bahn ab.

Auch in Düsseldorf, Köln/Bonn und Leipzig/Halle kamen jeweils nur einige hundert Demonstranten zusammen. In Leipzig/Halle befürchten Anwohner, dass nach dem geplanten Bau einer neuen Wartungshalle für große Flugzeuge an der Nordbahn der Fluglärm zunimmt.

Rechtsstreit geht weiter

Die Demonstranten in Frankfurt fordern ein striktes Nachtflugverbot, das über das derzeit vorläufig geltende hinausgehen soll. Einige verlangen auch eine Schließung der neuen Landebahn. Im Prozess um ein dauerhaftes Nachtflugverbot in Frankfurt will das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am 4. April ein Urteil verkünden. Derzeit gilt zwischen 23 und 5 Uhr ein vorläufiges Flugverbot, das der Kasseler Verwaltungsgerichtshof (VGH) im Herbst verhängt hatte.

"Die rücksichtslose Ausweitung der Flugbewegungen wird zu einer weiteren Steigerung des Lärmteppichs führen. Das Maß der Zumutbarkeit ist aber bereits weit überschritten", argumentieren die Organisatoren der Kundgebung. "Auf der einen Seite stehen die Profitinteressen der Luftfahrtlobby, auf der anderen die Gesundheit von Millionen Menschen in Deutschland."

Der Flughafenverband ADV erklärte am Freitag, man nehme "die zunehmenden Proteste weiter Anwohnergruppen sehr ernst" und suche gemeinsam mit ihnen, Politik und Landesbehörden nach einem Ausgleich der Interessen. "Flughäfen sind Wirtschaftsmotoren", gab der Verbandshauptgeschäftsführer Ralph Beisel in Berlin zu bedenken.

Appell von Ärzten und Politikern

In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderten derweil Ärzte, Politiker und Bürger aus Mainz ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr gefordert. Zudem sollten die Kliniken in Mainz nicht mehr überflogen und die Flughöhen der landenden Maschinen angehoben werden, schrieben sie in einer Beilage in mehreren Samstags-Zeitungen. "Mit der aktuellen, brutalen Verlärmung gefährden wir den Genesungsprozess schwerkranker Patienten", heißt es in dem offenen Brief, der auch von den rheinland-pfälzischen Ministerinnen Doris Ahnen, Malu Dreyer und Ulrike Höfken unterschrieben wurde.

kle/gmf (dpa, dapd)

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