1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nahost

Tausende bei Trauergottesdienst in Damaskus

Nach dem Selbstmordanschlag von Damaskus kündigt das syrische Regime ein hartes Vorgehen gegen den Terror an. Die Trauerfeier wurde zur Kundgebung für Präsident Assad. Die Arabische Liga überdenkt ihre Beobachtermission.

Trauerfeier (Foto: rtr)

Trauerfeier in Damaskus

In der syrischen Hauptstadt Damaskus haben Tausende der 26 Opfer des jüngsten Selbstmordanschlags gedacht. Elf Särge wurden, bedeckt mit der syrischen Flagge, zu einem Trauergottesdienst in die Al-Hassan-Moschee gebracht. Das Staatsfernsehen übertrug die Zeremonie, in der Moschee sprach der Mufti von Damaskus, Baschir Eid.

Vor dem Gotteshaus schwenkten tausende Menschen Fahnen und zeigten Bilder von Präsident Baschar al-Assad. Die Regierung kündigte ein hartes Vorgehen gegen den Terrorismus an: "Wir werden all jene mit eiserner Faust angreifen, welche die Sicherheit des Landes untergraben", erklärte das syrische Innenministerium.

Opposition beschuldigt Regime

Zerstörtes Auto (Foto:Muzaffar Salman/AP/dapd)

26 Menschen wurden Opfer des Attentats

Am Freitag hatte ein Selbstmordattentäter nach Darstellung der syrischen Regierung in der Altstadt von Damaskus, in der Nähe einer Schule, mehr als zehn Kilogramm Sprengstoff gezündet. Der Attentäter und 26 Menschen wurden getötet, 63 weitere wurden verletzt. Es war bereits der zweite Anschlag dieser Art in der syrischen Hauptstadt innerhalb kürzester Zeit.

Die syrische Opposition bezweifelt die offizielle Darstellung allerdings. Sie vermutet, dass das Assad-Regime hinter dem Anschlag steckt, das sich so als Garant der öffentlichen Sicherheit gegen den Terrorismus inszenieren und das gewaltsame Vorgehen gegen die Opposition rechtfertigen will. Der Anschlag trage "eindeutig die Fingerabdrücke des Regimes", hieß es in einer Erklärung des syrischen Nationalrates, in dem die wichtigsten Oppositionsgruppen organisiert sind.

Arabische Liga prüft Mission

Moschee (Foto: rtr)

In der Moschee

International wurde der jüngste Terrorakt mit Besorgnis aufgenommen. Die Gewalt in Syrien müsse sofort gestoppt werden, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Die deutsche Bundesregierung, die USA und der Iran, Syriens wichtigster Verbündeter in der Region, verurteilten den Anschlag ebenfalls.

Die Arabische Liga kündigte an, ihre Syrien-Mission zu überdenken. Derzeit sind Beobachter der Liga in Syrien, die sich ein Bild von der Situation im Land machen und helfen sollen, das Blutvergießen zu stoppen. Nach UN-Schätzungen sind seit Beginn der Proteste gegen das Assad-Regime im Frühjahr mehrere Tausend Menschen getötet worden.

Offenbar geht die Gewalt aber weiter. Allein am Samstag sind nach Angaben von Oppositionellen in der Provinz Homs neun Menschen durch Angriffe von Regierungstruppen getötet worden. Die Beobachter dürften nicht "ihre Zeit verschwenden", sagte der Vorsitzende des zuständigen Ausschusses der Arabischen Liga, Katars Ministerpräsident Scheich Hamad bin Dschasim al-Thani, im TV-Sender Al-Dschasira. Die Liga will am Sonntag erstmals die Beobachtungsmission auswerten.

Autor: Dirk Eckert (afp, dapd, rtr)

Redaktion: Reinhard Kleber

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema