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Gewaltverbrechen

Tatverdächtiger im Mordfall Herne stellt sich der Polizei

Dramatisches Ende der Großfahndung im Fall des ermordeten Neunjährigen in Herne: Der Verdächtige stellt sich und lässt die Polizei rufen. Zugleich wird eine weitere Leiche in einem ausgebrannten Haus entdeckt.

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Mutmaßlicher Kindermörder gefasst

Der mutmaßliche Kindermörder von Herne sitzt offiziell in Haft. "Der Haftbefehl ist gerade verkündet worden", teilte der Bochumer Oberstaatsanwalt Paul Jansen mit. Mercel H. werde nun in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Bei dem Haftbefehl geht es bislang nur um die Tötung des neunjährigen Jaden.

Die Polizei hatte den mutmaßlichen Täter am Donnerstagabend in Herne gefasst. "Der Festgenommene hat sich bei der Polizei gemeldet und Hinweise auf einen Brand in Herne gegeben". Zunächst hieß es, am Brandort seien zwei Leichen gefunden worden. Später korrigierte die Polizei ihre Angaben. Es ist nun von einer Leiche die Rede. In welchem Zusammenhang dieser Tote, der ein Mann Anfang 20 sei, und die Wohnung zu Marcel H. stehen, ist weiter unklar. Die Polizei will in einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag die bisherigen Ergebnisse der Ermittler vorstellen. 

Der neun Jahre alte Jaden war am Montagabend erstochen im Keller des Nachbarn Marcel H. gefunden worden. Nach Angaben der Polizei verbreitete der 19-Jährige Fotos im Internet, die ihn blutverschmiert neben dem toten Kind zeigen. Seither gab es eine Großfahndung nach dem jungen Mann. 

"Ich bin der Gesuchte"

Ein Polizeisprecher erklärte, ein Mann habe am Abend einen Imbiss in Herne betreten und gesagt: "Ich bin der Gesuchte. Bitte rufen Sie die Polizei". Diese Person habe sich dann auch festnehmen lassen. Und: Der Festgenommene sei "zweifelsfrei als Marcel H. identifiziert". 

Der Anwalt der Familie des getöteten Jaden sagte der "Bild"-Zeitung: "Die Familie ist unendlich erleichtert und glücklich, dass der mutmaßliche Mörder des kleinen Jaden lebend gefasst werden konnte und seiner gerechten Bestrafung zugeführt werden kann."

Handzettel, Plakate, Fehlalarme

Die Polizei hatte bei der Suche nach dem mutmaßlichen Mörder des neunjährigen Jaden zuvor mehr als 1400 Hinweise erhalten. Am Donnerstag hatten Polizisten Handzettel und Fahndungsplakate in der 160.000-Einwohner-Stadt im Ruhrgebiet verteilt. Immer wieder gab es aber auch Fehlalarme. Mit Großaufgeboten rückten die Einsatzkräfte etwa in Herne, Mönchengladbach und in Winsdorf bei Siegen aus, nachdem Zeugen den mutmaßlichen Kindermörder dort gesehen haben wollten. Bestätigt hat sich der Verdacht in keinem der Fälle.

Marcel H. soll den Nachbarsjungen unter einem Vorwand in sein Haus direkt nebenan gelockt haben. Die Ermittler werteten neben Bildmaterial und Texten aus dem Internet eine digitale Audiobotschaft mit Schilderungen zu der Tat aus.

"Wir nehmen an, dass sie vom Täter stammt", sagte ein Polizeisprecher. Dieser beschreibe in der Aufnahme seine Eindrücke nach dem Mord an Jaden. Auffallend sei die Gefühlskälte. Die Polizei machte keine Angaben, wie sie auf die Audiobotschaft stieß. Marcel H. wurde von der Polizei während seiner Flucht als gefährlich eingestuft.

haz/fab/se (dpa, afp) 

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