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Aktuell Europa

Tatverdächtiger des Anschlags in Brindisi identifiziert

Die italienischen Behörden suchen mit Hochdruck einen Tatverdächtigen des Bombenanschlags von Brindisi. Bei dem Anschlag war die 16-jährige Melissa Bassi getötet worden.

Ein Polizist steht am Ort der Bombenexplosion (Foto: AP)

Brindisi Bombenexplosion

Bei dem Bombenanschlag vor einer Schule in der süditalienischen Küstenstadt kam am Samstag eine Schülerin ums Leben, fünf weitere wurden verletzt. Anhand der Bilder einer Überwachungskamera hat die Polizei einen 50-jährigen Mann identifiziert, der nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa seit einigen Tagen verschwunden ist. Erkennungsmerkmal des Mannes ist eine Verletzung an der Hand.

Die Beamten durchsuchten das Haus des Verdächtigen und brachten seinen Bruder zum Polizeiverhör. Italienische Zeitungen hatten zuvor Bilder der Überwachungsvideos veröffentlicht. Hierauf ist zu sehen, wie ein Mann in beiger Hose und Sportschuhen die Ankunft eines Schulbusses beobachtet, auf ein Handy oder Fernbedienung drückt und damit wahrscheinlich den Sprengsatz auslöst.

Motiv weiter unklar

Der Anti-Mafia-Staatsanwalt Pietro Grasso vermutet zwar einen terroristischen Hintergrund, schließt aber nicht aus, dass es sich auch um die Tat eines Verrückten oder der Mafia gehandelt haben könnte.

Der ehemalige Schatzmeister der apulischen Mafia-Organsiation Sacro Corona schloss eine Verwicklung der Mafia aus. “Wir töten keine Kinder“ sagte er gegenüber der “Republicca“. Der Tatverdacht fiel unter anderem auf die Mafia, weil die Berufsschule nach dem Juristen Giovanni Falcone, einer Symbolfigur im Anti-Mafia-Kampf, und seiner Frau Francesca Morvillo benannt ist.

Die Beamten ermitteln auch im Pädophilen-Milieu, schreibt die Zeitung “Sole 24 Ore“. Das Motiv könne “mörderische Rache an einem minderjährigen Mädchen sein“, das die Nachstellungen eines reifen Mannes zurückgewiesen hatte. Die Ermittler vernahmen nach Informationen der Zeitung “Repubblica“ auch einen Gasflaschenhändler, der verdächtigt wird, dem Täter geholfen zu haben. Die Bombe war aus Gaskartuschen zusmmengebaut.

In Melissas Heimatort nahe Brindisi nehmen Freunde und Verwandte heute Abschied. Auch Regierungschef Mario Monti wollte an der Beerdigung der Modedesign-Schülerin teilnehmen. Das am schwersten verletzte Mädchen ist indes aus der Narkose erwacht. Es hatte in Lebensgefahr geschwebt, konnte aber durch eine zweistündige Operation gerettet werden.

rk/gmf (afp,dpa)

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