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Aktuell Welt

Tatmotiv möglicherweise Hass auf Israel

Nach den Terroranschlägen von Kopenhagen werden mögliche Motive des arabisch-stämmigen Attentäters langsam klarer. Die Polizei kam zwei mutmaßlichen Komplizen auf die Spur. Sie wurden in U-Haft genommen.

Die dänische Polizei und die Justizbehörden halten sich mit Aussagen zur Identität und möglichen Motiven des Todesschützen von Kopenhagen betont zurück. Offiziell hieß es lediglich, es handele sich um einen in Dänemark geborenen 22-Jährigen, der im kriminellen Bandenmilieu verkehrt habe und vorbestraft sei.

Vater zeigt sich entsetzt

Dänische Medien identifizierten den von der Polizei erschossenen Attentäter als Omar Abdel Hamid El-Hussein (Artikelbild), seine Eltern seien Palästinenser. Der Vater des Täters reagiert bestürzt auf die Tat. "Ich bin genauso schockiert wie der Rest der Welt", sagte er der Zeitung "Jyllands Posten". Er habe erst durch einen Anruf der Polizei von den Anschlägen seines Sohnes erfahren.

Der 22-Jährige hatte seine Terrorangriffe am Samstag und in der Nacht zum Sonntag in der dänischen Hauptstadt unternommen. Bei Schüssen auf ein Kulturcafé starb ein dänischer Filmemacher. Vor einer Synagoge im Stadtzentrum tötete der Angreifer einen 37 Jahre alten jüdischen Wachmann. Die Polizei erschoss den Attentäter nach einer nächtlichen Fahndung. Der Mann eröffnete des Feuer, als die Beamten ihn festnehmen wollten. Die bei den Anschlägen verletzten fünf Polizisten sind auf Weg der Besserung.

Nach Informationen der Zeitung "Ekstra Bladet" war der Attentäter erst vor zwei Wochen aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er wegen schwerer Körperverletzung eingesessen habe. Demnach wurde er im Dezember verurteilt, weil er ein Jahr zuvor in einem Kopenhagener Bahnhof einen 19-Jährigen ohne erkennbaren Grund niedergestochen hatte.

In Haft radikalisiert?

Den Großteil der Strafe habe er durch die Untersuchungshaft verbüßt. Der Zeitung "Berlingske" zufolge äußerte der Mann im Gefängnis den Wunsch, für die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien zu kämpfen. Die Gefängnisbehörden hätten seinen Namen deshalb auf eine Liste radikalisierter Häftlinge in dänischen Haftanstalten gesetzt. Eine entsprechende Mitteilung sei an den Geheimdienst PET gegangen.

Von dänischen Reportern befragte ehemalige Mitschüler des Attentäters berichteten, dieser habe Palästina als zweite Heimat betrachtet und sich mehrmals wütend über Israel geäußert. Die Zeitung "Politiken" zitierte einen ehemaligen Mitschüler mit den Worten: "Er hatte keine Angst offen zu sagen, dass er Juden hasse."

Zwei mutmaßliche Komplizen des Mannes wurden unterdessen in Untersuchungshaft genommen. Nach Medienberichten sollen sie dem Attentäter Waffen besorgt und ihm mit "Rat und Tat" beigestanden haben. Die beiden Verdächtigen waren am Sonntag bei einer Polizeirazzia gefasst worden.

Gedenkveranstaltung für die beiden Terroropfer in Kopenhagen (Foto: Reuters)

Kopenhagen ein Kerzenmeer: Dänen gedenken der Terroropfer

Die Dänen gedenken in mehreren Städten der beiden Opfer der Attentate. Allein zu der Trauerzeremonie in Kopenhagen sind mehrere zehntausend Teilnehmer gekommen.

wl/qu (dpa, afp, rtr)