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Kultur

Tate-Chef Serota ist Nummer Eins der Kunstwelt

Der Direktor des berühmten Londoner Museums Tate Britain ist vom britischen Kunstmagazin "ArtReview" zur wichtigsten Person im internationalen Kunstbetrieb gewählt worden.

Die Liste der sogenannten #link:http://artreview.com/power_100/:"Power 100" #wird seit 2002 jährlich veröffentlicht, auf ihr stehen Galeristen, Künstler, Kuratoren, Händler, Kritiker und Museumsdirektoren. Nicholas Serota, der die Tate seit 1988 leitet, war jahrelang unter den Top Ten - nun hat er es an die Spitze des Rankings geschafft. Mark Rappolt, Chefredakteur der Kunstzeitschrift "ArtReview" sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass man mit Serota vor allem die Tate als Museum ehren wolle. Sie sei ein gutes Beispiel für eine international vernetzte Institution.

Weitere Top-Ten-Plätze belegen die Großgaleristen David Zwirner und Iwan Wirth, gefolgt vom Direktor des New Yorker MoMa, Glenn D. Lowry. Auf Platz 5 taucht die erste Frau auf: Die Performance-Künstlerin Marina Abramovic. 2010 hatte sie internationales Aufsehen erregt, als sie im MoMa ihre Performace "The Artist is watching you" zeigte.

Sie saß auf einem Stuhl und blickte den Besuchern in die Augen. Auf Platz 7 ist Jeff Koons, der zur Zeit teuerste Künstler der Wwelt, die Fotokünstlerin Cindy Sherman ist auf Platz 10 vorgerückt. Der chinesische Künstler Ai Wei Wei ist auf Platz 15 abgerutscht; auf Platz 16 steht der deutsche Maler Gerhard Richter. Höchster Neueinstieg für Alain Seban und Bernard Blistène vom Centre Pompidou in Paris, Präsident und Direktor des Museums landeten von Null auf Platz 12.

Umstrittenes Ranking

Die Liste der "Power 100" wird jedes Jahr mit Spannung erwartet, ist in der Kunstwelt allerdings auch umstritten. Kritisiert wird unter anderem, dass es sich bei den aufgelisteten Personen eher um diejenigen handelt, die die meiste Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben und nicht um Leute, die dem internationalen Kunstbetrieb neue Impulse geben konnten. Niemand weiß genau, wer in der Jury sitzt und nach welchen Kriterien die Leute ausgewählt werden. Die deutsche Kunstzeitschrift "Art" etwa fragt nach dem Sinn eines Rankings, das sich nach weitgehend subjektiven Kriterien zusammensetzt.

Der New Yorker Kunstkritiker Jerry Saltz ist der Meinung, diese Liste habe mehr mit Geld zu tun als mit der Macht der Kunst. Saltz kam 2006 auf die Liste und schaffte es bis Platz 75. "Ich liebe es, auf der Liste zu sein. Ich hasse es aber auch. Weil ich Angst davor habe, dort einmal nicht mehr aufzutauchen", schrieb er 2010 im US-Online Magazin "Vulture". Inzwischen ist er tatsächlich von der Liste verschwunden.

sw(dpa,art-magazin)

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