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Wirtschaft

Tata Steel will raus aus Großbritannien

13.000 Menschen arbeiten für Tata Steel in Großbritannien. Für sie könnte es jetzt eng werden. Der indische Stahlriese will sein Geschäft auf der Insel loswerden. Ganz schlimm könnte es für Wales werden.

Allein in Port Talbot in Wales hängen 5.500 Beschäftigte von Tata Steel ab. Was aus ihnen und den anderen Arbeitern des indischen Stahlkonzerns im Land nun werden wird, ist völlig unklar.

Am Mittwoch gab das Unternehmen nach stundenlangen Diskussionen in Neu Delhi lediglich bekannt, man wolle das gesamte britische Geschäft abstossen. Die Produktionskosten seien zu hoch, der Markt schwach, und angesichts von Stahlimporten aus Ländern wie China sei keine Besserung in Sicht. China wird vorgeworfen, Stahl zu Dumpingpreisen auf den Markt zu werfen.

Tata ist der größte Stahlproduzent in Großbritannien. Die Inder hatten die Stahlproduktion auf der Insel 2007 von einem britisch-holländischen Konzern gekauft. Damals freute sich die Branche über den Höhepunkt eines langen Stahlbooms, der aber mit der Finanzkrise von 2008 ein hartes Ende fand. Von diesem Einbruch hat sich die Branche bis heute nicht erholt.

Erfolglose Rettungsmission

Gewerkschaftsvertreter aus Wales waren extra nach Indien gereist, um die Konzernspitze noch umzustimmen. "Wenn das nun Wirklichkeit wird, dann kommt es zu einer Katastrophe", kommentierte ein walisischer Politiker die Entscheidung von Tata Steel.

Tata hatte zur Begründung darauf hingewiesen, der Konzern habe große Summen in sein Geschäft in Großbritannien gepumpt. Allerdings habe man hier in den vergangenen fünf Jahren eine Summe von 2,5 Milliarden Euro abschreiben müssen.

Deutschland ThyssenKrupp Firmensitz in Essen

ThyssenKrupp: Konzernzentrale in Essen

An den europäischen Börsen führte die Entscheidung in Neu Delhi zu kräftigen Gewinnen anderer Stahlkonzerne. Händler meinten, die Branche profitiere nun von Fusionsfantasien. Es könne beispielsweise zu einer Fusion von Tata Steel und dem deutschen Thyssen-Konzern kommen. ThyssenKrupp-Aktien legten zwischenzeitlich um mehr als sechs Prozent zu. Auch Papiere von Europas größtem Stahlkonzern ArcelorMittal profitierten von der Stimmung und gewannen gut drei Prozent.

ar/ba (dpa, rtr, afp)