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Asien

Tata expandiert nach Indonesien

Der indische Automobilkonzern Tata Motors eröffnet eine Niederlassung in Indonesien, in der günstige PKWs und Nutzfahrzeuge hergestellt werden sollen. Damit drängen die Inder mit Macht auf den ASEAN-Markt.

People walk past Nano,Tata's ultra cheap micro car, parked at a new factory at Sanand, about 40 kilometers (25 miles) from Ahmadabad, India, Tuesday, June 1, 2010. Tata Motors plans to start commercial production of the Nano in Gujarat state next week. So far, the company has delivered 30,763 Nanos. It also reported higher-than-expected consolidated annual profits of $549.7 million Thursday thanks to a turnaround in its Jaguar Land Rover business, stoking the global ambitions of India's largest vehicle maker despite uncertainties from Europe's debt crisis. (AP Photo/Ajit Solanki)

Tata Nano Werk in Indien

Der Konzern will Indonesien in nächster Zeit zu seinem größten Absatzmarkt außerhalb Indiens ausbauen. Über ein Jahr lang wurde die Expansion in den südostasiatischen Inselstaat vorbereitet. Das neue Autowerk, dessen genauer Standort noch nicht bekannt gegeben wurde, soll 2013 in Betrieb gehen.

Autos für die ASEAN-Zone

Ratan Tata, der Präsident des Tata-Konzerns, bei einer Rede (Foto:afp)

Freut sich auf gute Geschäfte in Indonesien: Konzernchef Ratan Tata.

"Tatas Expansion nach Indonesien ist deshalb so bemerkenswert, weil es dem Konzern den Zugang zur ASEAN-Freihandelszone verschafft", erklärt der Frankfurter Automobil-Experte Amitabh Thakur: "Tata hat zwar bereits zuvor Autos in die Region verkauft. Eine Fabrik vor Ort wird Tatas Wettbewerbschancen auf dem heiß umkämpften indonesischen Markt weiter erhöhen." Indonesien wird aller Voraussicht nach noch in diesem Jahr zur größten Volkswirtschaft innerhalb des Verbandes der Südostasiatischen Staaten (ASEAN ) aufsteigen, erklärt Thakur. "Tatas Schachzug könnte aber auch damit zu tun haben, dass die Geschäfte in Indien selbst stagnieren." Indiens Produktionssektor schwächelt bereits im fünften Quartal hintereinander.

Mit seinem Engagement in Indonesien liegt Tata im Trend. Indien intensiviert derzeit seine Wirtschaftsbeziehungen zu den ASEAN-Staaten. Besonders Indonesien mit seiner großen Bevölkerung von rund 240 Millionen Menschen bietet für indische Firmen einen hochinteressanten Produktions- und Absatzmarkt. "Die Produktionsbedingungen und die Kundenbedürfnisse in Indonesien ähneln denen in Indien sehr", erklärt Biswadev Sengupta, Generaldirektor von Tata Motors in Indonesien. Tata hofft, in Indonesien vor allem seinen günstigen Kleinwagen Tata Nano für umgerechnet rund 3.500 Euro pro Stück verkaufen zu können.

Mit Billigautos auf den Wachstumsmarkt

Ein Tata-Lastwagen wird in einer indischen Fabrik produziert.

Auch Lastwagen sollen im neuen Tata-Werk in Indonesien produziert werden.

Fahrzeuge sind in Indonesien heiß begehrt: In den ersten sechs Monaten des Jahres 2012 stieg der Verkauf von Fahrzeugen um 28 Prozent auf mehr als 500.000 Stück. "Indonesiens Markt boomt, der Lebensstandard breiter Bevölkerungsschichten steigt an und mit ihm auch die Nachfrage nach Konsumgütern", erklärt Amitabh Thakur. "Ein Erfolg auf einem solchen Wachstumsmarkt könnte Tata helfen, über den schwachen Absatz im Heimatland Indien hinwegzukommen."

Doch der Präsident des indonesischen Automobilclubs GAIKINDO, Yongky Soegiarto bremst die Euphorie: "Der Tata Nano muss die Kunden erstmal überzeugen. Tata muss in Indonesien seinen Bekanntheitsgrad erst noch entwickeln, eine Vertriebskette aufbauen und die Versorgung mit Ersatzteilen gewährleisten." Den ersten Schritt dazu will der Konzern auf der 20. Indonesia International Motor Show Ende September in Jakarta machen. Dann sollen 14 Modelle vom Kleinwagen bis zum Nutzlaster für den indonesischen Markt vorgestellt werden.