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„Tatütata, die Ambulanz ist da!“

Im Notfall kommt er: der Rettungswagen, die Ambulanz. Das Lehnwort aus dem Lateinischen beziehungsweise Französischen hat im Laufe der Jahrhunderte einen Bedeutungswandel durchgemacht …

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Tatütata, die Ambulanz ist da! – die Folge als MP3

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier heißt es. Er gewöhnt sich an fast alles. Er kann sich den unterschiedlichsten Lebenssituationen anpassen und dadurch überleben. Aber wenn er dann plötzlich aus dem Gewohnten herausgerissen wird, fällt ihm auf, wie flüchtig das Gewohnte doch ist. So etwas kann ein Unfall sein. Von einem Moment zum nächsten ändert sich alles. Passiert ein Unfall, wird in Deutschland sofort eine Telefonnummer gewählt: die 112. Meist kommt dann innerhalb sehr kurzer Zeit mit lautem Sirenengeheul: der Kranken- beziehungsweise Rettungswagen, die Ambulanz. Sie ist stets einsatzfähig und, weil man ja nie genau wissen kann, wann wo was passiert, mobil.

Ambulante Wortkunde

Eine Zirkusmanege mit Trapezgestell

Früher ein „ambulantes Gewerbe“: der Zirkus

Ambulanz: In dem Wort steckt das lateinische Verb „ambulare“. Es bedeutet „umhergehen“, „spazieren gehen“. Übrigens sagte man auch im Deutschen bis ins 19. Jahrhundert – etwas hochgestochen und vermeintlich vornehm – „ambulieren“ für „spazieren gehen“. Das Adjektiv trat in Verbindungen wie ambulanter Handel, ambulantes Gewerbe, ja ambulante Theatertruppen auf. Worauf sich auch immer „ambulant“ bezog, die Grundbedeutung war immer dieselbe: nicht ortsgebunden, wandern, umherziehen. Fahrende oder fliegende Händler, das waren ambulante Händler.

Ein uns allen vertrautes ambulantes Gewerbe ist das der Schausteller. Heute hier, morgen dort. „Junger Mann zum Mitfahren gesucht“ stand früher an den Kassenhäuschen der Kirmes, und damit war keine Einladung zu einer Runde Karussell gemeint. Noch bis in die 1920er Jahre sagte man nämlich zu „Wanderzirkus“ auch „ambulanter Zirkus“. Es gab sogar den feststehenden Ausdruck „ambulante Post“ für die mit der Eisenbahn beförderten Brief- und Paketsendungen.

Vom Feldlazarett zum Krankenwagen

Ein Lazarettflugzeug der Bundesluftwaffe

Der Ambulanz in der Luft: das „fliegende Lazarett“

Die Ambulanz, das Hauptwort, gibt es als französische Entlehnung in unserer Sprache seit Anfang des 19. Jahrhunderts. Das Wort „ambulance“ kam zur Zeit der Napoleonischen Kriege auf. Es bezeichnete ein „bewegliches Lazarett“ beziehungsweise „Feldlazarett“. Seitdem ist es zu einer Art Überbegriff für inzwischen fast ausschließlich im medizinisch-technischen Bereich verwendete Ausdrücke geworden.

Im Bereich des Gesundheitswesens bedeutet es etwas „nicht Stationäres“, „nichts Ortsgebundenes“. Damit trifft es die Grundbedeutung des lateinischen Wortes. Als Ambulanz wird heutzutage der Krankenwagen bezeichnet – in mehreren Sprachen. Das englische, amerikanische und auch französische „Ambulance“ steht in Spiegelschrift auf der Frontseite der Ambulanz- und Rettungswagen, damit man im Rückspiegel des Autos gleich erkennen kann, um welche Fahrzeuge es sich da handelt.

Die Ambulanz fährt zur Ambulanz

Schild im Krankenhaus mit der Aufschrift: Notfallambulanz, Chirurgische Ambulanz, Innere und chirurgische Aufnahme

Im Notfall geht’s ab ins Krankenhaus, in die Notfallambulanz

Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts ist „Ambulanz“ im Deutschen auch die Bezeichnung für eine medizinische Einrichtung besonderer Art: die Notfallversorgung. Bei plötzlich auftretenden starken Zahnschmerzen begibt man sich in die zahnärztliche Ambulanz. Für kleine Eingriffe gibt es die chirurgische Ambulanz. Wenn man sich die Schulter ausgerenkt hat, wird man die orthopädische Ambulanz aufsuchen. Und für Menschen, die an akuten psychischen Zuständen leiden, gibt es die psychiatrische Ambulanz.

In der Regel kann man nach der Behandlung wieder nach Hause gehen. Wenn es sich um eine schwerwiegende Erkrankung handelt, wird man aber auch stationär aufgenommen, muss also im Krankenhaus bleiben. Ambulanzen gibt es nicht nur in Kliniken. Betriebe, öffentliche Einrichtungen, Schulen und große Hotels haben einen Ambulanz- oder Sanitätsraum. Die Werksambulanz eines in Süddeutschland angesiedelten Chemiekonzerns ist zum Inbegriff höchstqualifizierter medizinischer Erstversorgung geworden.

Manchmal kommt auch die Ambulanz zu spät

Trotz aller technischen Möglichkeiten: Manchmal kommt die Ambulanz dennoch nicht rechtzeitig. Beim Amoklauf zweier Schüler am 20. April 1999 an der Columbine High School in der Nähe der US-amerikanischen Stadt Littleton starb ein Lehrer in den Armen seiner Schüler. Er hätte vielleicht gerettet werden können, aber die Ambulanz kam einfach zu spät.




Arbeitsauftrag
Schaut euch in eurer Lerngruppe das folgende Video über den Bau eines Ambulanzwagens an: http://bit.ly/1wUHk2V. Fasst den Videobericht schriftlich zusammen. Stellt dabei auch heraus, welche Besonderheiten der Wagen hat.

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